In Lindenthal, wo der Fußball tief verwurzelt ist, gibt es gerade Grund zur Freude – die Borussia Lindenthal-Hohenlind hat einen historischen Erfolg gefeiert! Niklas Hammes, Innenverteidiger und vermeintlicher Sonnenanbeter, hat seinen Mallorca-Urlaub kurzerhand unterbrochen, um als Joker im entscheidenden Landesliga-Spiel gegen TuS Mondorf auf dem Platz zu stehen. Ein 1:1-Unentschieden reichte aus, um die Mannschaft auf den zweiten Aufstiegsplatz zu katapultieren. Das bedeutet: Erstmals in der fast 80-jährigen Vereinsgeschichte spielt die Borussia nun in der Mittelrheinliga!
Roland Gabriel, der sportliche Leiter des Vereins, lobt den Teamgeist und hebt die Bedeutung von Hammes‘ Entscheidung hervor. Man könnte fast sagen, er hat die Mannschaft mit seiner Rückkehr aus dem Urlaub beflügelt. In den letzten Jahren hat sich der Verein von einer stark auswärtigen Personalpolitik hin zu einem Modell entwickelt, das auf junge Kölner Talente setzt. So hat die Borussia in den letzten vier Jahren nicht nur einen vierten Platz (2022) erreicht, sondern auch dreimal den dritten Rang (2023 bis 2025) belegt.
Trainerwechsel und Aufbruchstimmung
Mit dem Abschied von Trainer David Gsella im Sommer 2025 und der Installation von Sascha Zinken als Nachfolger war es zunächst nicht ganz einfach. Die Mannschaft musste eine Hinrunde überstehen, um den Wechsel und die Abgänge zu verdauen. Doch in der Rückrunde blühten die Spieler förmlich auf und holten aus 13 Spielen stolze 35 Punkte. Am vergangenen Sonntag lief es zwar nicht nach Plan – das „schlechteste Spiel seit langem“ – doch dank eines Patzers von GW Brauweiler (1:1 gegen BW Köln) konnte die Aufstiegsparty dennoch gefeiert werden!
Die Vorfreude auf die Mittelrheinliga ist groß, und die Borussia plant, ihren Etat nicht zu erhöhen, sondern weiterhin auf das Hohenlinder Modell zu setzen. Ein Neuzugang vom SV Bergisch Gladbach U19, Mattis Häfner, steht bereits fest. Weitere Verstärkungen sind in Planung, denn die Liga hat ganz andere Herausforderungen parat. Gabriel betont, dass es viel zu tun gibt, um sich auf die neue Spielzeit vorzubereiten.
Ein Blick auf die Mittelrheinliga
Die Mittelrheinliga ist die höchste Amateurfußballklasse des Fußballverbands Mittelrhein (FVM) und spielt eine zentrale Rolle im regionalen Fußball. Sie erstreckt sich über ein riesiges Gebiet, das Köln, Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und viele andere umfasst. Mit 16 bis 18 Mannschaften pro Saison ist die Liga eine wichtige Plattform, auf der viele Traditionsvereine vertreten sind. Darunter fallen auch die beliebten Kölner Stadtderbys.
Die Saison läuft von August bis Mai/Juni im klassischen Hin- und Rückrundensystem. Dabei finden die Spiele üblicherweise sonntags um 15:00 Uhr statt – ein fester Termin im Kalender der Fans. Und auch wenn es eine Winterpause gibt, bleibt die Spannung nicht aus. Der Meister steigt in der Regel direkt in die Oberliga Mittelrhein auf, während die Absteiger in die Landesliga wechseln, je nach Geografie und Ligagröße.
Die familiäre Atmosphäre in der Mittelrheinliga macht sie besonders. Hier wird nicht nur um Punkte gekämpft, sondern auch um die Nachwuchsarbeit. Spieler und Trainer nutzen diese Liga oft als Sprungbrett für höhere Ligen. Die Borussia Lindenthal-Hohenlind hat nun die Chance, sich in dieser spannenden Liga zu beweisen und den nächsten Schritt in der Vereinsgeschichte zu gehen. Und wer weiß, vielleicht wird das der Beginn von etwas ganz Großem!