Die Kölner Polizei hat erneut die Fahndung nach Hassan Fayas Gyndy, einem 54-jährigen Mann, verstärkt, der verdächtigt wird, seine schwangere Tochter Zare Gyndy am 4. Januar 2017 in Köln ermordet zu haben. Zare war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 19 Jahre alt und tragisch genug, erwartete sie ein Kind. Ein grausames Schicksal, das die Stadt und die betroffene Familie bis heute schwer belastet. Gyndy flüchtete nach der Tat in den Irak und informierte von dort die Polizei über den Fundort der Leiche seiner Tochter. Sein Aufenthaltsort ist seitdem unbekannt, und die Ermittler sind weiterhin auf der Suche nach ihm.
Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise zur Festnahme von Gyndy ausgesetzt. Dies geschieht im Rahmen einer breiteren Kampagne, die auch neue Fahndungsplakate in deutscher und kurdischer Sprache umfasst. Diese Plakate sollen nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Regionen verteilt werden, um die Chancen zu erhöhen, dass jemand den gesuchten Vater erkennt. Es ist traurig, dass eine solch tragische Geschichte der Gewalt gegen Frauen und Mädchen immer noch Teil unserer Gesellschaft ist. Die Hinweise können an das Kriminalkommissariat 44 unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an mkzafira.koeln@polizei.nrw.de weitergegeben werden.
Ein Blick auf die Hintergründe
Die möglichen Motivationsfaktoren für Gyndys Verbrechen scheinen in seiner Unzufriedenheit mit der Lebensweise seiner Tochter zu liegen. Er gehört dem yezidischen Glauben an, was möglicherweise zu einem generellen Konflikt zwischen seinen Vorstellungen und den Lebensentscheidungen seiner Tochter geführt hat. Solche familiären Spannungen sind leider nicht selten, und sie können in extremen Fällen zu tragischen und gewaltsamen Ausbrüchen führen. Es ist schockierend, dass im Jahr 2024 in Deutschland 308 Frauen und Mädchen gewaltsam getötet wurden, wobei die meisten Opfer von Partnern, Ex-Partnern oder Familienmitgliedern getötet wurden.
Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt steigt stetig. Laut dem aktuellen Lagebericht des BKA wurden fast 266.000 Opfer gezählt – das sind etwa 10.000 mehr als im Vorjahr. Es ist alarmierend, dass 85% der vollendeten Partnerschaftstötungen Frauen betreffen und durchschnittlich 15 Frauen pro Stunde Opfer von partnerschaftlicher Gewalt werden. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher, da viele Betroffene sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten. Die Anzeigequote für häusliche Gewalt liegt bei unter 5%. Das ist einfach erschreckend!
In Anbetracht dieser erschreckenden Statistiken haben Innenminister Dobrindt und Familienministerin Prien bereits Handlungsbedarf erkannt und Maßnahmen angekündigt, wie beispielsweise die Einführung elektronischer Fußfesseln für Täter und den Ausbau von Frauenhäusern. Aber ob das ausreicht? Kommt das zu spät für viele Frauen und Mädchen, die in ihrer eigenen Familie nicht sicher sind? Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet immerhin rund um die Uhr kostenlose, anonyme Beratung in 19 Sprachen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
In Köln bleibt die Suche nach Hassan Fayas Gyndy aktuell und drängt darauf, dass die Gesellschaft zusammensteht. Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen und Lösungen finden, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu verhindern. Jeder Hinweis kann entscheidend sein. Vielleicht gelingt es uns, das Unrecht zu bekämpfen und zu verhindern, dass solche Tragödien sich wiederholen.