In Köln, speziell in Chorweiler, gibt es derzeit eine spannende Diskussion um die Beleuchtung von Parks. Seit 2004 hat die Stadtverwaltung den Grundsatz verabschiedet, dass Grünflächen unbeleuchtet bleiben sollen. Der Gedanke dahinter? Lichtverschmutzung zu vermeiden und die nächtliche Dunkelheit zu bewahren. Doch wie so oft im Leben gibt es Ausnahmen, und diese stehen nun zur Debatte.

Ein Beispiel ist der Park am Erbacher Weg in Lindweiler. Die SPD-Fraktion hat kürzlich in einer Bürgereingabe auf die besondere Situation dieses Parks hingewiesen. Hier gibt es einen Trimm-Dich-Pfad, der nicht nur für sportliche Betätigung sorgt, sondern auch im Winter dunkel und unbenutzbar bleibt. Die Sorge, dass dieser Park in der Dunkelheit zum Angstraum wird, ist laut Helga Wagner von der SPD mehr als berechtigt. Besonders Hundehalter fühlen sich nicht wohl, wenn sie ihre Vierbeiner auf der Hundefreilauffläche ausführen müssen.

Beleuchtungslösungen im Fokus

Die SPD hat nun einen Antrag eingebracht, um ein Konzept für eine naturschutzverträgliche Beleuchtung des Hauptweges und des Sportparcours zu entwickeln. Dabei sollen technische Lösungen wie insektenfreundliche LEDs und zielgerichtete Ausleuchtung ohne Streulicht zum Einsatz kommen. Das klingt doch nach einem vernünftigen Kompromiss! Auch für den Skaterpark Blumenberg soll ein separater Antrag gestellt werden, damit dieser in den Wintermonaten ebenfalls genutzt werden kann.

Beide Anträge fanden in der Bezirksvertretung großen Anklang. Gemeinsam mit den Grünen plant die SPD zudem einen Antrag, der eine generelle Lösung für die Parkanlagen im Kölner Norden in den Fokus rückt. Doch nicht alle sind begeistert: Die AfD-Fraktion bezeichnete die Vorschläge als „Verschleppung“ und möchte alle Sport- und Freizeitflächen auf ihre Beleuchtungsmöglichkeiten prüfen. Ein heißes Eisen, das da geschmiedet wird!

Der Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit

Doch bevor wir uns zu sehr in der Diskussion um die Beleuchtung verlieren, sollten wir uns auch der Schattenseiten der künstlichen Beleuchtung bewusst sein. Künstliches Licht hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern auch auf die Tier- und Pflanzenwelt. Der Wechsel zwischen Tag und Nacht ist eine Konstante seit der Entstehung der Erde – und Licht ist der stärkste Taktgeber für unsere innere Uhr. Störungen in diesem Rhythmus können zu ernsthaften physiologischen Problemen führen.

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Nachtaktive Tiere sind besonders betroffen. Sie werden oft desorientiert, können sich in einem Lichtkegel nicht mehr orientieren und finden nicht zurück in ihre gewohnten Lebensräume. Insekten, die von Licht angezogen werden, können sich kaum von der Quelle entfernen, und selbst Fledermäuse, die von Natur aus auf Dunkelheit angewiesen sind, kämpfen gegen Lichtbarrieren. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf ihre Fortpflanzung, sondern auch auf das gesamte Ökosystem. Man stelle sich vor, wie viele Insekten und Säugetiere, die nachts aktiv sind, dadurch beeinträchtigt werden! Das sind rund 60 Prozent der Insekten und 30 Prozent der Säugetiere.

Und was ist mit den Pflanzen? Auch sie leiden unter der künstlichen Beleuchtung. Einige Gehölze verlieren im Winter ihre Blätter nicht, wenn sie in der Nähe einer Lichtquelle stehen – das kann Frostschäden nach sich ziehen. Ein Teufelskreis, der durch gut gemeinte Beleuchtung in Parks entstehen kann.

Ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Natur

<pDie Diskussion um die Beleuchtung der Parks in Köln zeigt also, wie wichtig eine durchdachte Planung ist. Auf der einen Seite steht die Sicherheit und die Möglichkeit, die Grünflächen auch in den dunklen Monaten zu nutzen. Auf der anderen Seite die Notwendigkeit, die natürlichen Rhythmen von Flora und Fauna zu respektieren und Lichtverschmutzung zu vermeiden. Es wird spannend zu sehen, wie die Stadt Köln diesen Balanceakt meistern wird.

Für weitere Informationen zu Lichtverschmutzung und den entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, können Interessierte sich auf diesen Link klicken.