Es ist ein warmer Frühlingstag in Chorweiler, und während die Sonne auf den alten Ascheplatz des KSV Heimersdorf scheint, könnte man fast vergessen, wie sehr dieser Ort in der Schusslinie steht. Hier hat Markus Anfang, ein Mann, der den Fußball von der Pike auf gelernt hat, seine Wurzeln. Der frühere Trainer des 1. FC Köln war kürzlich wieder zu Besuch, und seine Enttäuschung über den Zustand des Platzes ist unverkennbar. „Es hat sich seit meinem letzten Besuch nichts verändert“, so der Ex-Profi, der von 1979 bis 1989 selbst für den KSV spielte, als sein Vater ihn trainierte. Diese nostalgische Verbindung zu dem Verein, der für ihn mehr als nur ein Sportplatz ist, wurde durch die bedrückende Realität des Modernisierungsstaus auf der Anlage getrübt.

Der Verein kämpft seit Jahren mit einem Platz, der bei schlechtem Wetter kaum nutzbar ist. Es ist kein Geheimnis, dass die Mitgliederzahlen sinken, wenn die Bedingungen nicht stimmen. Und während andere Clubs in der Region bereits auf moderne Kunstrasenplätze umgestiegen sind, bleibt der KSV Heimersdorf auf der Strecke. Vereinsvorsitzender Frank Kowarowski und Sascha Recht haben die Hoffnung, dass die Stadt Köln bald eine Entscheidung zur Ausstattung des Platzes mit Kunstrasen trifft; immerhin steht dieses Vorhaben auf der Prioritätenliste nur an elfter Stelle. Thomas Welter von der CDU ist ebenfalls unzufrieden, dass der Platz nicht bei der Beantragung von Mitteln aus der „Sportmilliarde“ berücksichtigt wurde. Er erinnert daran, wie wichtig dieser Platz für die umliegenden Schulen und Kitas ist.

Ein Ort der sozialen Bedeutung

Markus Anfang hebt die soziale Dimension eines Fußballvereins hervor. „Es geht nicht um Konkurrenz mit anderen, sondern um die Infrastruktur, die für ein lebendiges Vereinsleben unerlässlich ist.“ Tatsächlich ist es nicht nur ein Sportplatz, sondern auch ein Ort für die Gemeinschaft, wo Kinder und Erwachsene zusammenkommen, um zu spielen, zu trainieren und sich auszutauschen. In Zeiten, in denen wir alle ein wenig mehr Zusammenhalt brauchen, ist es wichtig, solche Plätze zu erhalten und zu modernisieren.

Ein Blick auf andere Vereine zeigt, dass es möglich ist. Der TASV Hessigheim beispielsweise erhält 335.250 Euro zur Umwandlung seines Sportplatzes in einen Kunstrasenplatz. Das Projektvolumen beläuft sich auf 850.000 Euro, und es wird aus dem Bundesförderprogramm zur „Sanierung kommunaler Sportstätten“ finanziert. Hier wird nicht nur die Nutzung verbessert, sondern auch das Ehrenamt gestärkt. Rund 110 Kinder und Jugendliche sowie etwa 65 Erwachsene profitieren von der neuen Sportstätte, die ganzjährig nutzbar sein soll. Und vielleicht, ganz vielleicht, könnte der KSV Heimersdorf ähnliche Unterstützung erfahren.

Ein Lichtblick für die Zukunft

Mit dem neuen Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ stehen erstmals Fördermittel zur Verfügung. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat 333 Millionen Euro für den aktuellen Projektaufruf bereitgestellt, und bis zu einer Milliarde Euro sollen in dieser Legislaturperiode zur Verfügung stehen. Ziel ist es, Städten und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung ihrer Sportstätten unter die Arme zu greifen. Und ja, auch die Sanierung von Sportfreianlagen wie die Umwandlung in Kunstrasenplätze ist möglich. Das klingt nach einer echten Chance für den KSV Heimersdorf, der nicht nur auf den Erhalt seiner Infrastruktur angewiesen ist, sondern auch auf die Unterstützung der Stadt und der Politik.

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Die Sorgen und Hoffnungen, die mit diesem Platz verbunden sind, sind nicht nur eine lokale Angelegenheit. Sie spiegeln wider, wie wichtig der Sport für unsere Gesellschaft ist – als Ort der Zusammenkunft, des gegenseitigen Respekts und des gemeinsamen Erlebens. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bald ein Zeichen setzen und dem KSV Heimersdorf die nötige Unterstützung zukommen lassen, damit der Platz nicht nur ein Ort des Spiels, sondern auch ein lebendiges Zentrum der Gemeinschaft bleibt.