Heute ist der 19.05.2026, und während Nippes sich in den Alltag stürzt, gibt es Neuigkeiten aus dem Erich-Kästner-Gymnasium (EKG), die für frischen Wind sorgen. Schulleiter Bohdan Zemek hat die Entscheidung zur Bereitstellung eines Modulbaus für die Schule zusammengefasst. Ab dem Schuljahr 2027/28 wird dieser zweigeschossige Containerbau für vier Jahre angemietet. Auf dem Schulhof an der Castroper Straße 7 wird er Platz für zwei Klassenräume, drei Mehrzweckräume und zwei Physikräume bieten. Ein gemeinsamer Vorbereitungs- und Sammlungsraum ist ebenfalls mit an Bord. Ein bisschen wie ein Schulbau im Schnelldurchlauf, oder? Doch hinter dieser Entscheidung steckt mehr als nur ein pragmatischer Ansatz.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro, was natürlich auch die Miete, Erschließung und Baunebenkosten umfasst. Ein kleiner Risikopuffer von 7,5% ist auch eingeplant. Der Grund für diese temporäre Lösung liegt auf der Hand: Die Schule muss den zusätzlichen Platzbedarf aufgrund der Rückkehr zum G9-System decken, um ihre Dreizügigkeit, also drei Parallelklassen pro Jahrgang, aufrechtzuerhalten. Ganz ehrlich, das klingt nach einer notwendigen Maßnahme, denn die alten Mauern des EKG, das 1966 eröffnet wurde, zeigen deutliche Alterserscheinungen. Immer wieder gibt es Probleme wie Wasserschäden und Rohrbrüche. Erst im April sorgte ein Wasserschaden im Kunstraum dafür, dass dieser vorübergehend unbenutzbar war. Da wird einem ganz mulmig, wenn man an die Schüler denkt.

Ein Raum für die Zukunft

Ab dem kommenden Schuljahr hat das EKG die Möglichkeit, ein leer stehendes ehemaliges Montessori-Schulgebäude in Riehl zu nutzen. Das ist zwar ein kleiner Lichtblick, doch die Schule drängt auf eine langfristige Lösung für die Raumprobleme. Seit 2010 ist der Sanierungsbedarf bekannt, und die Verwaltung hat unterschiedliche Modelle in der Schublade: Ein Komplettneubau an einem neuen Standort oder eine Generalsanierung an der aktuellen Adresse, ergänzt durch ein externes Interimsquartier. Die Entscheidung über die Varianten sowie den Ort des Interims oder Neubaus steht allerdings noch aus. Zemek hebt hervor, wie wichtig die Schule für das Veedel ist – nicht nur wegen der herausragenden Leistungen, sondern auch wegen des tollen Schulklimas.

Doch die Herausforderungen sind größer, als man denkt. Der Trendreport Bildungsbau 2025 von Drees & Sommer zeigt, dass im Bildungsbau ein Sanierungsstau von 68 Milliarden Euro besteht. Man könnte fast sagen, dass die Schulinfrastruktur in Deutschland unter immensem Druck steht. Bis 2035 rechnet man mit 758.000 zusätzlichen Schülern. Das bedeutet, dass die bestehenden Klassenzimmer einfach nicht ausreichen – viele Schulen weichen auf Turnhallen oder provisorische Räume aus. Und genau hier kommt der modulare Schulbau ins Spiel. Durch standardisierte Bauteile und Raummodule, die industriell vorgefertigt werden, kann man schnell und effizient reagieren. In nur 14 Monaten könnten vollständige Schulgebäude realisiert werden! Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein.

Nachhaltigkeit und Flexibilität im Bildungsbau

In der heutigen Zeit ist Nachhaltigkeit ein zentraler Punkt. Serielle Bauweisen sind nicht nur energieeffizient, sondern auch ressourcenschonend. Holzbau gewinnt an Bedeutung, denn Holz bindet CO₂ und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Die Idee, dass Schulgebäude kreislauffähig sind und sich an neue Anforderungen anpassen lassen, ist einfach genial. Aber wie so oft gibt es auch hier Herausforderungen. Unterschiedliche Bauordnungen in den Bundesländern erschweren die Umsetzung einheitlicher Typen- und Modulbauten. Das ist besonders frustrierend, wenn man bedenkt, dass viele Schulgebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren in einem besorgniserregenden Zustand sind. Schadstoffe, mangelhafte Wärmedämmung und unzureichende Barrierefreiheit sind nur einige der Mängel, die dringend behoben werden müssen. Ein Sanierungsfahrplan mit klaren Prioritäten ist also unerlässlich.

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In Köln setzt man bereits auf Multiprojektmanagement und strategisches Liegenschaftsmanagement, um den Sanierungsstau effizient zu bewältigen. Drees & Sommer unterstützt die Städte und Kommunen bei ihren Sanierungsprojekten und hilft sogar bei der Identifikation von Fördermitteln. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt auf die Herausforderungen reagiert und ob der politische Rückhalt da ist, um die notwendige Finanzierung sicherzustellen. Die Schulinfrastruktur braucht dringend neue Lösungen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Und das EKG in Nippes ist da nur ein Beispiel unter vielen.