Heute ist der 14.05.2026 und wir sind in Nippes – ein Stadtteil, der während des Karnevals so richtig zum Leben erwacht. Der Pfarrer, der hier eine ganz besondere Rolle spielt, hat sich vor einigen Jahren bereit erklärt, den Sessions-Gottesdienst für die „Nippeser Bürgerwehr“ zu zelebrieren. Ziemlich spannend, oder? Er trat der Bürgerwehr bei, auch wenn er kein Stimmrecht hat. Aber das macht ihm nichts aus. Vielmehr sieht er seine Rolle als eine Art Sprachrohr, das es ihm ermöglicht, sich zu äußern, ohne direkt in die Entscheidungen involviert zu sein. Das bringt eine frische Perspektive!
Doch das ist längst nicht alles. Seit 20 Jahren ist er Mitglied der „Großen von 1823 e.V.“ und leitet seit 2019 die Sitzungen. Seine Präsenz ist nicht nur während der Karnevalszeit gefragt, sondern auch für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. In diesem Jahr hat er bereits eine Hochzeit gefeiert und zwei Beerdigungen durchgeführt – das ist ganz schön viel, aber er macht das mit Herz und Hingabe. Für ihn bedeutet es, die Kirche in der Gesellschaft präsenter zu machen und auch Menschen, die keinen Bezug zur Kirche haben, zu erreichen. Besonders im Gottesdienst begrüßt er diese Menschen herzlich und erklärt den Ablauf, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.
Karneval und die besonderen Momente
Man kann sagen, während des Karnevals ist er wie ein Fisch im Wasser. An Weiberfastnacht verkauft er Anstecker der Bürgerwehr und besucht auch die Krankenhäuser. Da wird er zum wahren Seelentröster! Am Karnevalssonntag leitet er eine Sitzung im Gürzenich und lässt sich auch nicht den Rosenmontagszug entgehen. Ein echter Karnevalsheld – mit einem unauffälligen Kreuzemblem auf dem linken Ärmel seiner Kleidung, das dezent, aber doch präsent ist.
Musikalisch hat er kein spezielles Lieblingslied; vielmehr schätzt er die Melodien aus verschiedenen Jahrzehnten. Da kommt richtig Nostalgie auf! Er erinnert sich auch gerne an seine Besuche in Altenheimen und die Sitzungen für Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligte Menschen. Das hat etwas ganz Besonderes – eine Verbindung, die über das Fest hinausgeht und zeigt, wie wichtig Gemeinschaft ist.
Fastenzeit und innere Einkehr
Doch nach der ausgelassenen Karnevalszeit beginnt für ihn die Fastenzeit. Auf Alkohol, Fleisch und Kaffee verzichtet er, und auch die Medien konsumiert er weniger. Ein radikaler Schnitt, könnte man sagen! Am ersten Fastensonntag geht es für ihn dann in die Exerzitien – eine Zeit der Reflexion und der inneren Einkehr. Das ist wie ein Reset für die Seele und stellt einen krassen Kontrast zum bunten Treiben des Karnevals dar. Ein bisschen wie Tag und Nacht, könnte man sagen.
In einer Stadt wie Köln, die so reich an Traditionen und kulturellen Einflüssen ist, hat der Pfarrer mit seiner aktiven Rolle im Karneval und darüber hinaus einen Platz gefunden, der weit über die religiöse Gemeinschaft hinausgeht. Er wird zu einem Bindeglied zwischen den Menschen, zu einem, der die Freude und den Zusammenhalt feiert, während er gleichzeitig den Glauben hochhält. Ein Balanceakt, der nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben vieler anderer bereichert.