Am 11. Mai 2026 war es endlich soweit: Latibul, das bekannte Theater- und Zirkuspädagogische Zentrum, feierte sein 45-jähriges Bestehen mit einem bunten Festakt in Riehl. Die Atmosphäre war unglaublich lebhaft! Die fröhlichen Stimmen von Kindern und Jugendlichen hallten durch eines der drei Zirkuszelte auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmbads. Man konnte förmlich die Aufregung spüren, als die „Charta for Young Culture“ verabschiedet wurde. Ein Dokument, das als Wegweiser für Kunst- und Kulturschaffende dient und die Stimmen der jungen Generation in den Mittelpunkt stellt. Diese Charta wurde im Rahmen des Events „Aussichten“ entwickelt – ein Gipfeltreffen für die Zukunft!
Der Tag war nicht nur eine Feier, sondern auch eine Plattform für die Jugendlichen, um ihre Erwartungen und Visionen für Kunst und Kultur zu teilen. Über 500 junge Menschen waren eingeladen, sich aktiv einzubringen. Und so sprachen sie über Dinge, die sie bewegen: von Künstlicher Intelligenz bis hin zu den Herausforderungen einer instabilen Weltlage. Es war beeindruckend zu sehen, wie kreativ und engagiert die Jugendlichen waren – sie entwickelten Ideen für ein besseres Zusammenleben, und ihre Stimmen flossen direkt in die Charta ein.
Ein Ort der Möglichkeiten
Latibul, das 1981 als Weiterbildungseinrichtung für Theaterpädagogen gegründet wurde, hat sich über die Jahre stark weiterentwickelt. Heute ist es das größte Weiterbildungszentrum für Theater- und Zirkuspädagogik in Deutschland. Mit über 100 Teilnehmenden pro Jahr und wöchentlich 480 Kindern und Jugendlichen, die die Kurse besuchen, ist der Andrang enorm. Leider stehen über 200 junge Talente auf Wartelisten, weil der Platz nicht ausreicht. Das geplante neue Gebäude in Riehl, das 23 Millionen Euro kosten soll, könnte hier Abhilfe schaffen und die Angebote um 30% erweitern. Die finanzielle Unterstützung von Bund und Land ist dabei unverzichtbar. Oberbürgermeister Torsten Burmester unterstrich die Bedeutung von Latibul für die Entwicklung von Selbstvertrauen und Talenten bei Jugendlichen. Ein echter Rückhalt!
Das große Ziel der Veranstaltung war die Entwicklung der Charta, die anschließend an Politikerinnen überreicht wird. Die Vorfreude auf den Festakt am Ende des Tages war spürbar. Hier sollte ein Rückblick auf den Tag stattfinden, in dem die Ergebnisse zusammengefasst und die gesammelten Eindrücke definiert werden. Zirkus, Theater und Musik ergänzten das Programm, und die geladenen Vertreterinnen aus Wirtschaft, Kultur und Medien hielten inspirierende Reden. Ein wahres Fest der Kreativität und des Engagements!
Die Kunst im Fokus
Was Latibul einzigartig macht, ist nicht nur seine Größe, sondern auch der kreative Raum, den es Jugendlichen bietet. Schauspielintendant Kay Voges las während des Festakts einen berührenden Text von Wolfram Lotz über die Rolle des Theaters. Schauspielerin Elmira Rafizadeh hob den Wert der Kunst hervor, insbesondere im Kontext von Unterdrückung. Latibul wird als ein Schutzraum beschrieben, wo Gedanken und neue Perspektiven gedeihen können. Die Kostproben der Produktionen, die während des Festakts präsentiert wurden, zeigten eindrucksvoll, wie vielschichtig und lebendig die Kunstszene hier ist.
Die Veranstaltung „Aussichten“ war nicht nur ein Blick in die Zukunft, sondern auch ein Aufruf, die aktuellen Herausforderungen aktiv anzupacken. Workshops, Diskussionen und kreative Aktionen sorgten dafür, dass die Jugendlichen sich nicht nur passiv äußern konnten, sondern aktiv mitgestalteten. Ein Markt der Möglichkeiten, der Raum für Kunst, Bewegung und Theater bot, machte den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Endorphine-Session mit Bettina Nampé war dabei nur das i-Tüpfelchen – eine perfekte Möglichkeit, um die kreativen Köpfe in Schwung zu bringen!
Förderung für die Zukunft
Im Hintergrund stehen jedoch auch wichtige Fragen der Finanzierung. Die 11,6 Millionen Euro, die der Bund für den Neubau zugesagt hat, sind ein erster Schritt, aber es fehlen noch etwa 8 Millionen Euro an Fördergeldern. Die kulturelle Bildung braucht Unterstützung, und es gibt viele Möglichkeiten: Kommunale Kultur- und Jugendämter sind oft die ersten Anlaufstellen. Doch auch Bürgerstiftungen und regionale Stiftungen können wertvolle Partner sein. Der Bund fördert nur ausgewählte Projekte, und die Kulturstiftung des Bundes konzentriert sich auf große, innovative Vorhaben. Das Engagement für kulturelle Bildung ist entscheidend, um auch in Zukunft Räume wie Latibul zu erhalten.
Die Reise von Latibul ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die Stimmen der jungen Generation ernst zu nehmen und ihnen einen Raum zu geben, um sich zu entfalten. Der Tag in Riehl hat einmal mehr gezeigt: Kunst ist nicht nur ein Hobby, sondern ein unverzichtbarer Teil des Lebens – und das gilt von Riehl bis weit über die Stadtgrenzen hinaus.