Am vergangenen Donnerstag war es endlich soweit: Karl Lauterbach, der Bundestagsabgeordnete der SPD, besuchte die Willy-Brandt-Gesamtschule in Höhenhaus. Ursprünglich hatte er für März einen Termin mit der Klasse 9.1.3 abgesagt, doch die Schülerinnen und Schüler ließen sich davon nicht entmutigen und luden ihn kurzerhand in seinen Wahlkreis ein. Diese Einladung nahm Lauterbach gerne an und so fand eine spannende Diskussion statt, die nicht nur die anwesenden Schüler, sondern auch die Lehrkräfte in ihren Bann zog.

Die Atmosphäre war entspannt, und die Neuntklässler hatten sich gut vorbereitet. Sie hatten Fragen, die sie für den ursprünglichen Besuch vorbereitet hatten, und waren neugierig auf Lauterbachs Antworten. Und das nicht nur die Schüler der 9.1.3, sondern auch andere Klassen hatten die Gelegenheit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Lehrerin Regina Groth hob hervor, wie wichtig solche Begegnungen für das Interesse an Politik und die Partizipation der Jugendlichen sind. In einer Zeit, in der das politische Interesse bei jungen Menschen in Deutschland steigt – laut der Shell Jugendstudie 2024 hat sich das Interesse von Teenagern in den letzten Jahren stark erhöht – ist es entscheidend, dass die Jugendlichen Gehör finden.

Politik, die bewegt

In seinem Gespräch betonte Lauterbach die Bedeutung der Teilhabe von Jugendlichen in der Politik. Er sprach sich für eine Senkung des Wahlrechts aus und ermutigte die Schüler, sich in demokratischen Parteien zu engagieren. “Bürgerinitiativen und Vereine sind tolle Möglichkeiten”, sagte er. Es war klar, dass er keine Werbung für seine eigene Partei machen wollte – das war im Vorfeld mit der Schule abgesprochen worden. Vielmehr ging es ihm darum, den Jugendlichen einen Raum zu geben, um ihre Sorgen und Fragen zu äußern.

Die Diskussion dauerte etwa eine Stunde und deckte ein breites Spektrum ab: von Lauterbachs Werdegang über die Rolle von Social Media in der Politik bis hin zu ernsten Themen wie Femizide und den Rechten von queeren Menschen. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Schüler sich für ihre Zukunft interessierten und über ihre Ängste sprachen. Lauterbach wies darauf hin, dass Angst kein guter Ratgeber sei und ermutigte sie, aktiv für ihre Zukunft einzutreten.

Ein Blick auf die Zahlen

Das steigende Interesse an Politik unter den 12- bis 25-Jährigen in Deutschland ist kein Zufall. Wie die Shell Jugendstudie zeigt, ist das politische Interesse in allen Altersgruppen auf den höchsten Wert seit den 2000er Jahren gestiegen. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg unter den 15- bis 17-Jährigen, bei denen die Quote von 20 % im Jahr 2002 auf 47 % im Jahr 2024 gestiegen ist. Die Jüngeren, insbesondere die 12- bis 14-Jährigen, haben ihren Anteil von 11 % auf 30 % mehr als verdreifacht. Diese Zahlen zeigen, dass junge Menschen mehr denn je bereit sind, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und ihre Stimme zu erheben.

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Die Shell Jugendstudie 2024, die am 15. Oktober 2024 vorgestellt wird, spiegelt optimistische Blickwinkel wider. Trotz der Herausforderungen – von der Angst vor Krieg bis zur Sorge um den Klimawandel – haben 75 % der Jugendlichen Vertrauen in die Demokratie. Es ist ermutigend zu sehen, dass die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland optimistisch in die Zukunft blickt, auch wenn die Sorgen nicht von der Hand zu weisen sind.

Der Austausch zwischen Karl Lauterbach und den Schülern in Höhenhaus ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung einer aktiveren politischen Mitgestaltung durch Jugendliche. Es ist entscheidend, dass Schulen solche Plattformen bieten, um das politische Interesse zu fördern und den jungen Menschen Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung ihres Lebensumfelds zu geben.