Im Herzen von Mülheim, da wo die Menschen gerne zusammenkommen, wird ein ganz besonderes Kapitel der Sportgeschichte geschrieben. Renate Wehmeyer ist 80 Jahre alt. Ja, richtig gehört! Und trotzdem ist sie nach wie vor als ehrenamtliche Übungsleiterin für Geräteturnen beim MTV Köln 1850 aktiv. Seit 53 Jahren, um genau zu sein. Das ist nicht nur bemerkenswert, sondern auch ziemlich inspirierend!
Ihre Reise begann als Schulkind in einem Verein in Lindenthal. Später zog es sie nach Buchforst, wo sie mit einem Lächeln und viel Energie die Übungsstunden übernahm. Das war 1973, als ihre Töchter sie darum baten, die Leitung zu übernehmen. Zuvor war sie bereits beim Turnunterricht ihrer Kinder aktiv – eine wahre Sportmama also! Ihre Ausbildung zur Übungsleiterin beim Rheinischen Turnverbund folgte, und von da an ging es nur noch bergauf.
Eine Legende des Vereins
Der Vereinsvorstand Holger Dahlke bezeichnet sie als „absolute Legende“. Und das zu Recht! Renate hat nicht nur elf verschiedene Kurse geleitet, darunter Kinderturnen, Eltern-Kind-Turnen und Frauensportangebote, sondern auch zahlreiche Kinder zum Turnen motiviert. Die Zahl der kleinen Turner, die bei ihr in den Kursen schwitzen, liegt im fünfstelligen Bereich. Das ist schon eine kleine Armee!
Mehrfach wurde sie für ihre unermüdliche Arbeit geehrt, unter anderem als „Übungsleiterin des Jahres 2017“ von der Rheinischen Turnjugend. Und obwohl sie kürzlich ihren Freitagnachmittagskurs aufgegeben hat, gibt sie montags und mittwochs jeweils zwei Kurse. „Ich möchte den Teilnehmenden wichtige Lebenskompetenzen beibringen“, sagt sie und hebt die Bedeutung von Konzentration und Spannung beim Turnen hervor. Das ist mehr als nur Sport – das ist Bildung, die man nicht in der Schule lernt!
Ein Herz für den Turnsport
Die Herausforderungen, mit denen Wehmeyer konfrontiert ist, sind nicht zu übersehen. Der Verein hat Schwierigkeiten, Nachwuchs zu gewinnen. Das beschäftigt sie sehr. Sie möchte viele ihrer Mädels zum Kunstturnen bringen, doch leider findet sie dafür keinen Platz. Ein Umstand, der sie wirklich traurig macht. Dahlke äußert sogar den Wunsch, Wehmeyer zu „klonen“, um ihre wertvolle Arbeit auch in Zukunft fortzuführen. Es ist klar: Ihre Leidenschaft und ihr Engagement sind unbezahlbar!
Mit einer Knie-OP im Rücken, die sie kürzlich hinter sich gebracht hat, plant sie dennoch, solange wie möglich als Übungsleiterin zu arbeiten. Das ist der Wahnsinn! Man merkt, wie viel ihr dieser Sport bedeutet, und das überträgt sich auf die Kinder. Wenn sie lächelt, dann blühen die kleinen Turner auf. Man spürt förmlich die Energie, die sie ausstrahlt. Der Turnsaal ist ihr zweites Zuhause.
Es ist einfach schön zu sehen, wie eine Person über Jahrzehnte hinweg so viel Positives bewirken kann. Renate Wehmeyer ist nicht nur eine Übungsleiterin; sie ist eine Mentorin, eine Wegbegleiterin und vor allem eine leidenschaftliche Sportlerin. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass das Leben – auch im Alter – voller Bewegung und Freude sein kann.