Am vergangenen Wochenende fand in der beeindruckenden Kirche St. Nikolaus in Köln-Sülz ein ganz besonderes Konzert statt, das die Zuhörer mit seinen Klängen und der Thematik in den Bann zog. Unter dem Titel „Pareidolie“ präsentierte das Duo „Knopf und Pfeife“, bestehend aus dem Akkordeonisten Nepomuk Golding und dem Organisten Hannes von Bargen, ein abwechslungsreiches Programm, das Teil der Sülzer Abendmusiken war. Die beiden Musiker, die sich am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart kennengelernt hatten und mittlerweile an renommierten Hochschulen in Deutschland und England studieren, sind nicht nur Freunde, sondern auch Preisträger internationaler Wettbewerbe.
Die Konzertbesucher erwartete ein spannendes Thema: das Phänomen der Pareidolie, bei dem das menschliche Gehirn vertraute Muster in zufälligen Formen erkennt. Dies spiegelte sich in den musikalischen Darbietungen wider, die dazu einluden, neue Gestalten in Bekanntem zu entdecken. Besonders hervorzuheben ist die Uraufführung der Bearbeitung von „Pareidolie“ durch Moritz Laßmann, die ursprünglich für ein Bläserquintett im Jahr 2021 komponiert wurde. Diese neue Version für Akkordeon und Orgel verlieh dem Werk eine frische und innovative Form.
Ein klanglicher Bogen
Das Konzert eröffnete mit Johann Sebastian Bachs „Französische Suite Nr. 5 G-Dur, BWV 816“, die von Nepomuk Golding eindrucksvoll interpretiert wurde. Hannes von Bargen folgte mit Judith Weirs „Ettrick Banks“, das die Zuhörer in eine Welt voller Klänge und Emotionen entführte. Die Vielfalt der Werke, darunter auch Bearbeitungen von Arnold Schönbergs „Farben“ aus „Fünf Orchesterstücken op. 16“ und von Sigfrid Karg-Elerts „Silhouetten op. 29“, die ursprünglich für Klavier und Harmonium gedacht waren, spannte einen Bogen zwischen Erinnerung, Transformation und klanglicher Täuschung.
Die gut besuchte Kirche war Zeugin eines begeisterten Applauses, der die hervorragenden Leistungen der beiden Musiker würdigte. Bei schönem Wetter fand zeitgleich ein Straßenfest auf der Berrenrather Straße statt, was die Atmosphäre in Sülz zusätzlich auflockerte und den Besuchern viele Gelegenheiten bot, sich auszutauschen und zu genießen.
Ein Erlebnis für alle Sinne
Die Kombination von Musik, Atmosphäre und dem historischen Rahmen der Kirche machte das Konzert zu einem Erlebnis, das weit über die bloße Darbietung von Klängen hinausging. Die Zuhörer wurden eingeladen, sich in der Musik zu verlieren und die eigenen Gedanken und Erinnerungen zu erkunden, was das Konzept der Pareidolie eindrucksvoll umsetzte. In einer Zeit, in der das schnelle Leben oft keinen Raum für Reflexion lässt, bot dieses Konzert einen wertvollen Moment der Stille und des Nachdenkens.
Das Duo „Knopf und Pfeife“ und die Sülzer Abendmusiken haben mit diesem Event einmal mehr bewiesen, wie kraftvoll und verbindend Musik sein kann. Es bleibt zu hoffen, dass solche kulturellen Veranstaltungen auch in Zukunft in Köln-Sülz stattfinden, um das musikalische Angebot der Stadt zu bereichern und die Gemeinschaft zusammenzubringen.