In den lebhaften Stadtteilen Höhenberg und Vingst, wo das Leben oft nicht immer leicht ist, gibt es einen Mann, der sich unermüdlich für die Menschen einsetzt: Pfarrer Franz Meurer. Der 74-Jährige, der seit 1992 die Geschicke der dortigen Kirchengemeinde leitet, hat mit seinem Engagement eine ganze Community geprägt. Er ist bekannt für seine unkonventionellen Ideen und seinen praktischen Einsatz – seine Kleiderkammer, die Lebensmittelausgabe und die Fahrradwerkstatt im Kirchenkeller von St. Theodor sind nur einige Beispiele dafür. Diesen Donnerstag wird er mit der Mevlüde-Genç-Medaille ausgezeichnet. Eine Ehre, die ihm zuteilwird kurz vor seinem Ruhestand und die für ihn eine große Bedeutung hat.

Die Mevlüde-Genç-Medaille wird seit 2018 verliehen und ist eine Erinnerung an die tragischen Brandanschläge von 1993 in Solingen, bei denen die Familie Genç ihr Leben verlor. Diese Auszeichnung ist nicht nur ein Dankeschön für Meurers jahrzehntelanges Engagement für benachteiligte Menschen, sondern auch ein Zeichen für Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ministerpräsident Hendrik Wüst hebt hervor, dass Meurer sich stets für Menschen einsetzt, unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status. „Die Armen sind die Freunde Gottes“, bringt Meurer sein Lebensmotto auf den Punkt und lebt es Tag für Tag. Bei Gemeindefesten gibt es keine kostenpflichtigen Angebote, weil niemand ausgeschlossen werden soll. Das ist, ehrlich gesagt, ein bemerkenswerter Ansatz in einer Zeit, in der viele an den Rand gedrängt werden.

Ein Vorbild für viele

Meurer ist nicht nur ein Pfarrer, sondern ein Symbol für die ökumenische Zusammenarbeit. Er betont, wie wichtig der Dialog zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften ist. Sein Einsatz geht über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus – er engagiert sich aktiv für den interreligiösen Dialog, etwa durch Kollekte für den Bau der Kölner Zentralmoschee. Das zeigt, dass er den Wert von Vielfalt und gegenseitigem Respekt erkennt und lebt.

Die Projekte, die er initiiert und leitet, sind gut organisiert und gerecht. Die Kleiderkammer und die Lebensmittelausgabe sind nicht nur Einrichtungen, sondern ein Ort des Zusammenkommens, des Gebens und Nehmens. „Ich werde den täglichen Kontakt zu den Menschen vermissen, die Kleidung spenden“, sagt Meurer und blickt auf die vielen Gesichter, die ihm ans Herz gewachsen sind. Die Finanzierung dieser Projekte erfolgt durch Spenden und die Unterstützung von Ehrenamtlichen, die Meurer als unverzichtbar erachtet. In einer Welt voller Herausforderungen sieht er die Zusammenlegung von fünf Seelsorgebereichen mit sechzehn Kirchen als Chance – eine Gelegenheit, noch enger zusammenzuarbeiten und noch mehr Menschen zu erreichen.

Ein Leben für die Menschen

Geboren wurde Franz Meurer 1951 in Köln-Mülheim und 1978 zum Priester geweiht. Zuvor war er Kaplan in verschiedenen Gemeinden, doch seine Wurzeln hat er in Höhenberg und Vingst geschlagen. Seine zahlreichen Auszeichnungen, darunter die Kardinal-Frings-Medaille und der Deutsche Fundraising-Preis, sind ein Beweis für sein unermüdliches Wirken. Die Mevlüde-Genç-Medaille ist jedoch etwas ganz Besonderes für ihn, denn sie steht für die Werte, die ihm am Herzen liegen: Verständigung und Toleranz. Sie wird im Sommer 2026 verliehen, und Meurer ist einer der ersten Träger, die diese Ehre zuteilwird.

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In einer Zeit, in der viele Menschen mit Migrationsgeschichte in Höhenberg und Vingst leben, ist Meurers Arbeit wichtiger denn je. Er berichtet von einem Beispiel, das den Zusammenhalt zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften zeigt, und zeigt damit, dass wir alle voneinander lernen können. Das ist der Geist, den er in seiner Gemeinde verbreiten möchte. Es geht nicht nur darum, Hilfe zu leisten, sondern auch darum, die Bedürfnisse der Menschen wirklich zu verstehen und auf sie einzugehen. Wenn das nicht ein Vorbild für uns alle ist!