Heute ist der 23.06.2026, und hier in Brück spürt man schon die Vorfreude auf das Fest, das am 28. Juni im Pfarrsaal und Pfarrgarten gefeiert wird. Ein Abschied, der bittersüß ist: Pfarrer Matthias Genster verlässt nach über 21 Jahren den Sendungsraum Bornheim/Alfter. Aus gesundheitlichen Gründen endet sein Dienst am 31. August. Ja, es ist tatsächlich eine Zeit des Wandels, die uns betrifft.

Genster, ein gebürtiger Kölner, hat viel erlebt. Mit 61 Jahren beschreibt er seine Arbeit als sehr anstrengend. Wer könnte das besser nachempfinden als diejenigen, die ihn in den letzten Jahren begleiten durften? Er wuchs in einer katholischen Familie in Köln-Brück auf und machte eine Ausbildung zum Gas- und Wasser-Installateur. Der Weg zur Theologie war ein spannender – mit 19 Jahren entschied er sich, Pfarrer zu werden. Seine Reise führte ihn durch verschiedene Gemeinden, bis er 2005 als Pfarrer ins Vorgebirge kam.

Ein Rückblick auf bewegte Jahre

Matthias Genster war nicht nur Pfarrer – er war ein Herzstück der Gemeinschaft. Zunächst für die Gemeinden Walberberg und Sechtem zuständig, wurde er 2010 zum leitenden Pfarrer im Seelsorgebereich Bornheim-Vorgebirge ernannt. Später übernahm er auch die Leitung der Pfarreiengemeinschaft Alfter. Die feierliche Einführung des neu gegründeten Sendungsraums Bornheim/Alfter fand 2020 in der Kirche St. Aegidius in Hersel statt – eine Zeit, die von der Corona-Pandemie stark geprägt war.

Seine Liebe zur Gemeinschaft zeigt sich nicht nur in den Worten, sondern auch in den Taten. Die Fronleichnamsprozession, die seit 2019 alle acht Vorgebirgsgemeinden zusammenbringt, ist nur ein Beispiel für die vielen gemeinsamen Projekte, die er angestoßen hat. Auch die Förderung der Kindergärten in Merten, Walberberg, Sechtem und Kardorf sowie die Innen-Sanierung von St. Walburga sind Beweise seines Engagements.

Ein neues Kapitel

Obwohl Genster aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, bleibt er in der Nähe. Er plant, möglicherweise in einer der Nachbargemeinden priesterliche Aufgaben zu übernehmen. „Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hier verbringen durfte“, äußerte er und lässt damit erahnen, wie sehr ihm die Menschen am Herzen liegen. Ein Abschied, der nicht ganz endgültig ist – das ist doch irgendwie tröstlich, oder?

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Sein Nachfolger, Pfarrer Thomas Wolff, wird ab dem 1. September die Seelsorgebereiche Alfter, Bornheim am Rhein und Vorgebirge übernehmen. Wolff wird im Pfarrhaus am Servatiusweg in Bornheim-Ort wohnen. Ein neuer Wind weht, und vielleicht bringt er frische Ideen mit, während Genster in den kommenden Jahren weiterhin an den Walburgafeiern teilnehmen wird, die von der Walburga-Gemeinschaft ausgerichtet werden.

Seelsorge: Mehr als nur ein Beruf

Seelsorge ist eine tiefgreifende Angelegenheit. Sie widmet sich dem ganzen Menschen – der Einheit von Leib und Seele. Es ist nicht nur das Hier und Jetzt, sondern auch die Vergangenheit und Zukunft, die in der Beratung Teil der seelsorglichen Arbeit sind. Genster hat das immer gewusst. Er hat sich bemüht, nicht nur spirituelle, sondern auch materielle und geistig-spirituelle Dimensionen zu integrieren. Das ist es, was Seelsorge ausmacht: die Begleitung durch Höhen und Tiefen, durch Freude und Trauer.

In einem vertrauten Gespräch kann man die Seele öffnen, die Sorgen teilen und vielleicht sogar einen Ausweg finden, wo man vorher keinen sah. Themen wie Zusammenleben, Erziehungsprobleme und finanzielle Schwierigkeiten sind Teil dieser wichtigen Arbeit. Matthias Genster hat diese Herausforderung mit Hingabe angenommen, und das wird in der Gemeinde, die er verlässt, sicherlich nicht vergessen.

So stehen wir hier, bereit für das Fest am 28. Juni, um einem Menschen zu danken, der uns viele Jahre begleitet hat. Ein Abschied, der zugleich ein Neuanfang ist – in jeder Hinsicht. Die nächsten Seiten, die aufgeschlagen werden, versprechen, ebenso spannend zu werden wie die vergangenen.