Heute ist der 30.05.2026 und in Deutz, wo man die kölsche Lebensart zu spüren bekommt, hat das Thema Google-Bewertungen für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Es ist ja nicht neu, dass Bewertungen im Netz über den Erfolg von Restaurants, Clubs und Hotels entscheiden. Aber jetzt hat Google eine Funktion eingeführt, die es ermöglicht, die Anzahl der gelöschten Bewertungen einzusehen. Das sorgt für gemischte Gefühle – und das nicht nur bei den Kölner Gastronominnen und Gastronomen.

Die neue Sichtbarkeit der gelöschten Kommentare könnte dazu führen, dass Nutzer ein mulmiges Gefühl bekommen. Man könnte meinen, dass einige Unternehmen ihre Bewertungen manipulieren, um einen besseren Eindruck zu erwecken. Alexander Wahl, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum, sieht hier durchaus Probleme. „Die Echtheit von Bewertungen wird zunehmend schwerer festzustellen“, sagt er, und das stimmt! Schließlich sind die Meinungen von Gästen oft so unterschiedlich wie die Speisen auf der Speisekarte.

Die Realität in Köln

Eike Hoffmann, Chef des Buffetrestaurants „Mongo’s“ in Köln-Deutz, hat die Löschfunktion für sich entdeckt. Er lässt Bewertungen löschen, um seine Reputation zu schützen. Und das hat einen Grund: „Mongo’s“ bietet ein individuelles Konzept, das nicht immer den Erwartungen der Gäste entspricht. Das führt zu ungerechtfertigten negativen Bewertungen, die er einfach nicht stehen lassen kann. Wenn man dann noch von falschen Bewertungen hört, die gar nicht das eigene Restaurant betreffen – da kann man schon mal frustriert werden!

Wie sieht es aber bei anderen Kölner Gastronominnen und Gastronomen aus? Claudia Wecker, die Chefin des Clubs „Das Ding“, hat eine ganz andere Strategie. Sie lässt kaum Bewertungen löschen und antwortet stattdessen humorvoll auf Kritik. Das zeugt von einer gewissen Gelassenheit, die man in der Branche manchmal dringend braucht. Maureen Wolf von „Oma Kleinmann“ hingegen betont, wie wichtig konstruktive Kritik ist. Sie löscht nur unverhältnismäßige oder falsche Einträge. Das klingt fair, oder? Torsten Schulz von „Gilbert’s Pinte“ bleibt ebenfalls gelassen und lässt grundsätzlich alle Bewertungen stehen, es sei denn, es gibt falsche Anschuldigungen. Das zeigt, dass nicht jeder die Löschung von Bewertungen als Allheilmittel sieht.

Die Sicht der Experten

<pDie Expertenmeinungen sind gemischt. Während einige die neue Transparenz von Google begrüßen, warnen andere vor der möglichen negativen Prangerwirkung für Unternehmen. Osman Madan, Geschäftsführer eines Brauhauses in Stuttgart, hat in 12 Jahren fast 10.500 Rezensionen gesammelt. Er hat über 250 Bewertungen gelöscht und seine Gesamtbewertung hat sich von 4,3 auf 4,5 Sterne erhöht. „Es geht mir um ein faireres Ergebnis, nicht um eine bessere Bewertung“, sagt er. Die Bewertung beeinflusst die Kundenentscheidung enorm; eine 4,3 gilt heute schon als schlecht. Das zeigt, wie stark der Druck auf den Gastronomen ist.

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Und dann gibt es da noch die „Lösch-Industrie“, die in Deutschland floriert. Es ist kaum zu glauben, aber 99,97% aller Löschungen in der EU im Jahr 2025 kamen aus Deutschland. Das ist schon ein ganz schöner Batzen! Der „Digital Services Act“ der EU soll Internet-Plattformen zu mehr Transparenz verpflichten, doch Verbraucherzentralen sehen auch Probleme bei der Löschung sachlicher Kritik. Wenn es also nur um die Reputation geht, ist das eine heikle Angelegenheit.

In der Gastronomie ist der Umgang mit Bewertungen eine Kunst für sich. Während der eine sie löscht, um sein Restaurant zu schützen, sieht der andere in Kritik eine Chance zur Verbesserung. Das ist der Reiz, der diese Branche ausmacht – und die Geschichten, die sich darum ranken, sind es, die Kölner Gastronomie so lebendig machen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche neuen Geschichten die Kölner in den kommenden Monaten erzählen werden.