Hitzewelle und Gewitter: Deutschland vor einer heißen Herausforderung
Die kommenden Tage in Deutschland versprechen eine ganz besondere Herausforderung für viele von uns. Ab Mitte der Woche wird der Süden mit Temperaturen über 30 Grad konfrontiert – und das ist erst der Anfang! Am Freitag und über das Wochenende droht uns eine schwülheiße Witterung, die nicht nur heiß, sondern auch gewittrig und ungemütlich wird. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schlägt Alarm und warnt vor gesundheitlichen Risiken, vor allem für die älteren und pflegebedürftigen Mitbürger. Das ist kein Spaß, denn am Donnerstag können die Temperaturen sogar bis zu 36 Grad erreichen, insbesondere südlich einer Linie von Münsterland bis Berlin. Die Hitze wird durch Hoch „Gorgias“ angetrieben, das feuchtwarme Luftmassen aus Nordwestafrika zu uns bringt.
Doch das ist noch nicht alles: Am Donnerstagabend sind im Nordwesten und Westen heftige Gewitter zu erwarten. In vielen Ballungsräumen West- und Südwestdeutschlands wird sogar eine Tropennacht eingeläutet, mit nächtlichen Temperaturen über 20 Grad. Und der Freitag? Der wird noch drückender, mit Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad, im Südwesten sogar bis zu 38 Grad! Hier ist höchste Vorsicht geboten, denn unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen könnten uns ins Schwitzen bringen.
Hitzeaktionspläne: Ein Muss für die Gemeinden
Als wäre das nicht genug, sind die Kommunen und Länder in Deutschland gefordert, Hitzemaßnahmen zu ergreifen. Hitzeaktionspläne sollen helfen, die Bevölkerung besser auf solche Extremwetterphasen vorzubereiten und zu schützen. Diese Pläne, die 2017 von Bund und Ländern entwickelt wurden, basieren auf Empfehlungen der WHO und beinhalten acht Kernelemente. Die Maßnahmen variieren je nach Region und berücksichtigen lokale Gegebenheiten. Das reicht von neuen Konzepten der Stadtgestaltung über mehr Stadtgrün bis hin zu Informationskampagnen und speziellen Abläufen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Immer mehr Städte und Kommunen nehmen das Thema ernst und setzen eigene Pläne um – und das ist auch dringend nötig!
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Klimawandel führt zu einer merklichen Temperatursteigerung in Deutschland. Im letzten Jahrzehnt lagen die Mittelwerte etwa 2 °C über dem vorindustriellen Niveau. Acht der zehn heißesten Sommer seit 1881 haben wir in den letzten 30 Jahren erlebt. Hitze hat nicht nur Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, sie verschärft auch bestehende gesundheitliche Probleme. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Nierenerkrankungen könnten durch die anhaltende Hitze heftiger werden. Und das ist ein echtes Problem, denn während Hitzeperioden steigen die Sterbefälle deutlich an.
Die Hitzewarnungen des DWD und die Handlungsempfehlungen für Hitzeaktionspläne sind bereits erste Schritte in die richtige Richtung. Doch der Handlungsbedarf bleibt hoch. Immer mehr Menschen müssen sich mit den gesundheitlichen Risiken auseinandersetzen, die mit der Hitze einhergehen. Ein wachsendes Bewusstsein ist spürbar, doch es ist klar, dass wir noch viel lernen und umsetzen müssen.
