In Köln-Bocklemünd brodelt es gerade gewaltig. Die Schülervertretung der Max-Ernst-Gesamtschule hat einen offenen Brief an die Stadtverwaltung, den Schulausschuss und die Bezirksvertretung Ehrenfeld verfasst. Ihr Unmut ist deutlich: Sie fühlen sich übergangen und betrogen! Ehrliche Kommunikation – das fordern sie vehement. Und das ist mehr als nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die Stadt ursprünglich 50 Bäume für den Neubau der Mensa abholzen wollte, später aber die Zahl auf 21 reduzierte. Doch ein Bautrupp hatte andere Pläne und fällte nach den Herbstferien gleich mal 35 Bäume auf den Schulhöfen. Da kann einem schon die Wut hochkommen, oder? Der Schulgarten mit dem Insektenhotel soll auch den Baumaßnahmen zum Opfer fallen. Ein schmerzlicher Verlust für die Schüler und den gesamten Stadtteil.

Die Zahlen sind alarmierend: Bisher wurden 90 Bäume gefällt, und insgesamt sollen es am Ende 261 sein. Ralf Emmermann, der Schulleiter, kritisiert das intransparente Verhalten der Stadt. Lehrer und Schüler sind schockiert und empören sich über die Fällzahlen. Ines Bartenstein, eine engagierte Lehrerin, fordert eine frühzeitige Offenlegung der Fällzahlen. Die Schüler haben in der Vergangenheit bereits mit Flashmobs und anderen Protestaktionen auf sich aufmerksam gemacht. Greta Adam, ein Mitglied der Schülervertretung, bringt es auf den Punkt: Die Politik trägt keine Verantwortung. Falk Lopper, ein weiterer Lehrer, sieht die Erweiterung der Schule als überflüssig an. Die Stadtverwaltung hingegen argumentiert, dass in Chorweiler ein hoher Bedarf an Gesamtschulplätzen besteht. Irgendwie ist das ein klassischer Fall von „Worte und Taten stimmen nicht überein“. Die Neubauten sollen immerhin Gründächer mit Photovoltaikanlagen und Nistkästen erhalten, und 84 neue Bäume werden angepflanzt. Das klingt ja fast nach einem kleinen Trost.

Schulbau-Offensive in anderen Städten

Man könnte meinen, die Situation in Köln ist einzigartig, doch schaut man nach Frankfurt am Main, wird schnell klar: Das Thema Schulbau ist ein großes Anliegen, das viele Städte beschäftigt. Frankfurt hat eine Schulbauoffensive ins Leben gerufen, um marode Schulen und fehlende Schulplätze zu bekämpfen. Verantwortlich dafür sind diverse Dezernate und Ämter, die eng zusammenarbeiten, um den Schulbau zu beschleunigen. Es gibt sogar einen neuen Vertrag mit der ABG Frankfurt, um Sanierungsarbeiten zu beschleunigen. Ein beachtliches Unterfangen, vor allem wenn man bedenkt, dass in Frankfurt viele Schulen in einem beklagenswerten Zustand sind. Die Stadtverordneten haben im September 2024 diese Offensive beschlossen – es ist an der Zeit, dass auch Köln ein ähnliches Vorgehen in Betracht zieht. Immerhin haben die Schüler hier in Bocklemünd bereits ihre Stimmen erhoben. Wenn die Stadt etwas aus der Frankfurter Erfahrung lernen kann, dann ist es, dass eine transparente Kommunikation und ein rechtzeitiges Handeln entscheidend sind.

Die Schulbauoffensive in Frankfurt zielt darauf ab, bis 2029 neue Schulplätze zu schaffen und bestehende Gebäude zu modernisieren. 228 Bauprojekte wurden analysiert, und aus diesen wurden 30 priorisiert – darunter 16 Neubauten und 14 Modernisierungen. Einige dieser Projekte sind bereits weit fortgeschritten, andere noch in der Ausschreibungsphase. Baudezernentin Sylvia Weber hat die Stadt für den Investitionsstau kritisiert und betont, dass die SBO die Antwort auf diesen jahrzehntelangen Missstand sei. Man fragt sich: Wie lange wird es in Köln dauern, bis jemand die Notwendigkeit für ein ähnliches Konzept erkennt? Die Schülervertretung plant bereits weitere Aktionen nach den Sommerferien, und vielleicht, nur vielleicht, wird der Druck der Öffentlichkeit etwas bewirken.