Kretzerstraße wird zur ersten Schulstraße in Nippes: Ein Schritt für die Sicherheit der Kinder
In Nippes tut sich was! Ab dem kommenden Schuljahr wird die Kretzerstraße zur ersten Schulstraße im Stadtteil. Und das ist nicht einfach nur ein schicker Titel, sondern ein echter Schritt in Richtung mehr Sicherheit für die Kinder, die dort zur Schule gehen. Montags bis freitags von 7.45 bis 8.30 Uhr und von 14.45 bis 16.15 Uhr bleibt die Straße für motorisierten Verkehr gesperrt. Das bedeutet weniger Elterntaxis und mehr Raum für die kleinen Füße, die sich auf den Weg zur Schule machen.
Die Anwohner müssen sich keine Sorgen machen: Sie erhalten Ausnahmegenehmigungen für Ein- und Ausfahrten. Das war ein wichtiges Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung Nippes, die einstimmig für diese Regelung gestimmt hat. Damit ist die Kretzerstraße die fünfte Schulstraße in Köln, nach Ehrenfeld, Ossendorf, Brück und Höhenhaus. Und das wird nicht der letzte Schritt sein – zwei weitere Schulstraßen sollen im Rathenauviertel in der Innenstadt und in Mülheim eingerichtet werden.
Ein langer Wunsch geht in Erfüllung
Die Schule selbst hat sich schon lange eine solche Regelung gewünscht und hat die Bezirksvertretung direkt darauf angesprochen. Besonders in der Vergangenheit gab es immer wieder gefährliche Situationen, vor allem durch das Gedränge der Elterntaxis. Das wurde auch von der Schulleiterin, Dorothee Maas-Hitzke, betont, die sich zudem Fahrradständer vor dem Gebäude wünscht. Ein bisschen mehr Platz für Räder wäre doch auch nicht schlecht, oder? Am 7. September wird die Schulstraße feierlich eröffnet – ein Termin, den sich viele im Stadtteil rot im Kalender markieren werden.
Und es gibt noch mehr Schulen in Nippes, die ebenfalls von einer solchen Regelung träumen. Der Bedarf an sicheren Wegen zur Schule ist da, und die Kretzerstraße könnte der Anfang einer kleinen Revolution im Stadtteil sein. Die Forderungen nach solchen Schulstraßen resultieren nicht aus einer Laune, sondern aus der erlebten Realität – beengte Verhältnisse und gefährliche Situationen sind der Grund, warum es jetzt endlich vorwärts geht.
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus
In einem größeren Kontext sind Schulstraßen ein Thema, das nicht nur Köln beschäftigt. Ein Rechtsgutachten des Kidical Mass Aktionsbündnisses, des Deutschen Kinderhilfswerks und des VCD zeigt, dass viele Kommunen Möglichkeiten haben, Schulstraßen einzurichten. Die Novelle des Straßenverkehrsrechts von Oktober 2022 hat die Bedingungen dafür verbessert. So können Straßen für nicht-motorisierten Verkehr freigegeben werden, was für die Sicherheit der Kinder entscheidend ist.
Es bleibt jedoch festzuhalten, dass Deutschland in Sachen Schulstraßen hinterherhinkt. Simone Kraus von Kidical Mass hebt hervor, dass Kinder das Recht auf sichere Mobilität haben. Und genau darum geht es bei all diesen Initiativen: Es geht um die Zukunft unserer Kinder, um ihre Sicherheit auf dem Weg zur Schule und um die Förderung einer aktiven, umweltfreundlichen Mobilität. An vielen Orten in Deutschland, wie etwa in Berlin, Bonn, Dresden, Essen und Ulm, wird das Kölner Beispiel bereits nachgeahmt. Man darf gespannt sein, wie sich die Schulstraßenbewegung weiterentwickeln wird!
