Supernowa: Ein Lichtblick aus Chorweiler
Im Herzen von Chorweiler tut sich etwas Spannendes. Das Jugendzentrum „Die Villa“ hat für die Jugendlichen aus Volkhoven/Weiler eine Plattform geschaffen, um kreativ zu sein und ihre eigenen Filme zu entwickeln. Jetzt ist es endlich soweit: Der vierte Kurzfilm der Jugendfilmakademie, „Supernowa“, hat das Licht der Welt erblickt und die Premiere steht vor der Tür. Anfang Juli wird der rund zwölfminütige Film im Kölner Filmhaus aufgeführt. Das ist ein Anlass, der nicht nur die jungen Filmemacher, sondern auch die gesamte Nachbarschaft in Aufregung versetzt.
„Supernowa“ ist mehr als nur ein Film; es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die das Aufwachsen im Kölner Norden thematisiert. Im Zentrum der Handlung steht Nowa, die kurz davor ist, mit ihrer Familie umzuziehen und einen letzten gemeinsamen Tag mit ihren Freundinnen Lydia und Hannah verbringen möchte. Hier wird deutlich: Es geht um Freundschaft, Abschied und die tiefen Verbindungen, die viele junge Menschen zu ihrem Stadtteil Chorweiler haben. Die Jugendlichen möchten zeigen, dass es nicht nur die Klischees sind, die über Chorweiler erzählt werden – hier lebt eine lebendige Gemeinschaft!
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Entstehung von „Supernowa“ ist das Ergebnis monatelanger harter Arbeit. Die Jugendlichen waren an jedem Schritt des Produktionsprozesses beteiligt: vom Drehbuch über die Dreharbeiten bis hin zum Schnitt und Ton. Das verlangt nicht nur Kreativität, sondern auch eine Menge Ausdauer. „Zenit“ wurde beispielsweise in Schwarzweiß gedreht, während „Trust 2“ dem Horrorgenre zuzuordnen ist. „Supernowa“ nutzt hingegen eine Vielzahl von Drehorten, darunter die Kirmes am Pariser Platz und eine leerstehende Wohnung, die von der GAG zur Verfügung gestellt wurde. Es gab Herausforderungen und Überraschungen während der Dreharbeiten, die viel Flexibilität und kreative Lösungen erforderten.
Das Kölner Filmhaus, das 1981 gegründet wurde, hat eine lange Geschichte als Zentrum für Medienbildung und Filmschaffen. Es erlebte Höhen und Tiefen, darunter eine Insolvenz im Jahr 2012, die zur Auflösung des ursprünglichen Vereins führte. Doch seit 2021, unter neuer Leitung, belebt das Filmhaus die Kölner Kinokultur erneut. Hier finden nicht nur Filmvorführungen statt, sondern auch Workshops und Seminare, die sich an Filmbegeisterte jeden Alters richten. Diese Weiterbildungsangebote reichen von Drehbuchentwicklung bis hin zu technischen Aspekten wie Kamera- und Lichttechnik.
Die Zukunft des Filmemachens in Köln
„Supernowa“ ist nur der Anfang. Die Jugendlichen haben bereits Pläne für ihr nächstes Projekt mit dem Titel „Nadir“, das als Road-Movie konzipiert ist. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich ihre künstlerischen Stimmen weiterentwickeln. Serine, eine der Hauptdarstellerinnen von „Supernowa“, hat bereits angekündigt, dass sie es komisch finden wird, sich auf der großen Leinwand zu sehen. Ein Gefühl, das sicher viele von uns nachvollziehen können! Die Verbindung zur Heimat und die Geschichten, die sie erzählen, sind das, was das Filmemachen in dieser Stadt so lebendig macht.
Die Premiere von „Supernowa“ ist also nicht nur ein festlicher Anlass für die Filmemacher, sondern auch ein Statement für die Jugendkultur in Chorweiler. Es zeigt, dass Kreativität und Gemeinschaftsgeist auch in einem Stadtteil blühen können, der oft missverstanden wird. Und das ist vielleicht die größte Botschaft, die dieser Film vermitteln kann.
