Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in aller Munde – und das nicht nur wegen der aufregenden Spiele. Donald Trumps Einmischung in die sportlichen Belange sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Man könnte fast sagen, es wird mehr über die Politik als über das Spiel selbst diskutiert. Doris Anselm, Kolumnistin beim rbb24 Inforadio, hat ein bemerkenswertes Licht auf die Situation geworfen. Sie sieht die Auswirkungen von Trumps Einfluss nicht nur als schädlich, sondern auch als symptomatisch für die Verwicklungen, die den Sport schon lange begleiten.

Anselm kritisiert die moralische Aufregung über Trumps Einfluss, denn der Spitzenfußball war schon vor seiner Präsidentschaft alles andere als eine Oase der Fairness. „Jede Minute, die Trump mit Gianni Infantino, dem FIFA-Chef, spricht, ist eine Minute, in der er nicht an globalen Krisen arbeitet“, so ihr eindringlicher Appell. Anselm fordert, dass Politiker sich mehr im Sport engagieren sollten – auch im Breitensport. Schließlich könnten sie so Wähler erfreuen, ganz konkret, indem sie bei Sportereignissen präsent sind. Und das wäre ja immerhin besser, als sich im politischen Schlamassel zu verlieren.

Ein Blick auf den Fall Balogun

Der Fall Folarin Balogun, ein US-Nationalspieler, wirbelt ebenfalls Staub auf. Trump hat hier seine Finger im Spiel, und das sorgt weltweit für hitzige Diskussionen. Sportpolitik-Experte Ronny Blaschke hat die Vorgänge genau unter die Lupe genommen. Er analysiert den Einfluss, den Trumps Einmischung auf die Glaubwürdigkeit der FIFA hat – und die Folgen für die WM 2034, die in Saudi-Arabien stattfinden soll. Es ist kein Geheimnis, dass das FIFA-Verfahren im Fall Balogun nicht nur Fragen aufwirft, sondern auch die großzügige Auslegung der FIFA-Regeln in der Vergangenheit kritisch beleuchtet.

Berichte über Trumps Kontakte zu Infantino sind aufgetaucht und werfen einen Schatten auf die Integrität des Fußballs. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat bereits Aufklärung gefordert. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen diese politischen Verstrickungen auf die Sportwelt haben werden.

Historische Perspektiven

Die Verbindung zwischen Sport und Politik ist kein neues Phänomen. Bereits in der Antike spielte der Sport eine bedeutende Rolle im politischen Geschehen. Bei den Olympischen Spielen im antiken Griechenland war es nicht nur ein Wettkampf der Körper, sondern auch ein Schauplatz für politische Machtspiele. Carl Ludwig (Luz) Long und Jesse Owens, die 1936 im Weitsprung gegeneinander antraten, sind ein Beispiel dafür, wie eng Sport und Politik verwoben sein können. Ihre Freundschaft war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge, und das zeigt, wie der Sport nicht nur zur Völkerverständigung beitragen kann, sondern auch als Mittel des Ausschlusses genutzt wird.

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Die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war stark von der Friedensbewegung beeinflusst. Pierre de Coubertin hatte die Idee, die Olympischen Spiele als Plattform für internationale Verständigung zu nutzen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Nationalsozialisten übernahmen nach 1933 die Kontrolle über den Sport in Deutschland und nutzten ihn für ihre eigenen Zwecke. Sport war immer auch ein Spielball der Politik – und das bleibt es, auch heute noch.

Die Entwicklungen im Fußball werfen Fragen auf, die weit über die Grenzen des Spiels hinausgehen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Verhältnisse zwischen Sport und Politik in den kommenden Jahren entwickeln werden, während wir auf die WM 2034 und die politischen Strömungen, die sie begleiten, blicken.