Heute ist der 18.06.2026 und in Köln wird diskutiert, was die Künstliche Intelligenz (KI) mit unserer Sprache, besonders in den Bereichen Politik und Medien, anstellt. Ein Gedankenexperiment, das oft auftaucht, ist das Bild des „Hirns im Tank“ – ein Gehirn, das in einem Tank schwimmt, verbunden mit einem Supercomputer. Das lässt uns doch ins Grübeln kommen: Was bleibt von der menschlichen Autorschaft, wenn die Kommunikation zunehmend von KI geprägt wird? Zweifel an der Realität sind nicht unberechtigt, besonders wenn wir uns die Merkmale der KI-Sprache ansehen. Diese tendiert zu listenartigen Aufzählungen und übertriebener Höflichkeit. Man fragt sich, ob wir bald nicht mehr zwischen menschlicher und KI-generierter Sprache unterscheiden können.

Seit dem Durchbruch von ChatGPT im November 2022 hat sich die Landschaft rasant verändert. Plötzlich ist KI ein Massenphänomen. Auch die Politik bleibt davon nicht unberührt. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt diskutiert den Einsatz von KI in der Lehre, während an US-Universitäten Proteste gegen den KI-Einsatz in Vorlesungen laut werden. Und dann gibt es die Debatte im Journalismus, die zwischen Mathias Döpfner und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hitzig geführt wird. Es ist ein zweischneidiges Schwert, denn die Gesellschaft könnte sich in KI-Befürworter und -Gegner spalten. Historisch betrachtet haben Technologien immer das Schreiben und Denken beeinflusst – das ist nichts Neues. Doch die Befürchtungen, dass KI-Modelle ohne menschlichen Input degenerieren könnten, sind durchaus berechtigt. Letztlich braucht KI menschliche Autoren für frische Ideen und neue Gedanken.

Erinnerungen an die Anfänge

Es erinnert einen an die Anfänge der Medienlandschaft, vor mehr als dreißig Jahren, als der Verfasser eines Textes von Joachim Fest, dem damaligen Herausgeber der FAZ, gebeten wurde, eine Glosse aus einem Vortragsmanuskript zu erstellen. Damals gab es noch keine E-Mails, und der junge Feuilletonredakteur hatte keinerlei Kontrolle über den Text – ein bisschen wie im Wilden Westen des Journalismus. Der ursprüngliche Text umfasste zehn Seiten, gekürzt auf etwa achtzig Zeilen für die Aufschlagseite. Am Ende wurde der Text mit dem Kürzel „J.F.“ des Herausgebers versehen. So viel hat sich seitdem verändert…

Doch wo stehen wir heute? Die Diskussion über den Einsatz von KI im Journalismus ist nicht ohne Bedenken. Wie wirkt sich das auf die Meinungs- und Willensbildung in unserer Gesellschaft aus? Klar ist, dass der unkontrollierte Einsatz von KI im Journalismus verhindert werden muss. Wir müssen Leitplanken setzen, um die freiheitliche Demokratie und die journalistische Integrität zu schützen. Schließlich agieren KI-Anwendungen ohne Ethik und Werte. Die Wächterfunktion von Journalist:innen kann und darf nicht von Maschinen übernommen werden!

Herausforderungen und Verantwortung

Ein weiteres wichtiges Thema ist, dass Medienhäuser die redaktionelle Verantwortung für Inhalte tragen, selbst wenn diese mithilfe von KI generiert werden. Es darf nicht dazu kommen, dass KI Redakteur:innen ersetzt. Die Befürchtungen sind klar: gewinnorientierte Medienunternehmen könnten das wirtschaftliche Potenzial von KI über die publizistische Qualität stellen. Journalist:innen müssen vor der unkontrollierten Ausnutzung ihrer Arbeit durch KI-Anwendungen geschützt werden. Oft dienen journalistische Inhalte als Datengrundlage für KI, ohne dass die Schaffenden gefragt oder finanziell beteiligt werden. Wie soll das weitergehen?

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Und so stellen wir uns die Frage: Ist KI das Ende der menschlichen Autorschaft oder könnte sie sogar deren Rettung sein? Die menschliche Erfahrung, die Unvollkommenheit und das Gefühl, das wir in unsere Texte einbringen, sind Stärken, die kein Algorithmus ersetzen kann. Vielleicht ist es an der Zeit, KI als Werkzeug zu begreifen, das uns bei der Erschließung unserer Welt unterstützt, anstatt sie als Bedrohung zu sehen. Es bleibt spannend, wie sich das alles entwickeln wird und welche Rolle wir als Menschen dabei spielen werden.