Fortuna Köln: Aufstieg, Herausforderungen und die Zukunft im Südstadion
Ein neuer Abschnitt für den SC Fortuna Köln! Der Verein hat es geschafft, in die 3. Liga aufzusteigen. Das sorgt natürlich für Aufregung und neue Herausforderungen, insbesondere rund um das Südstadion. Die Bezirksvertretung Rodenkirchen hat sich Ende Juni intensiv mit den Auswirkungen des Drittligabetriebs auseinandergesetzt. Anwesend waren hochrangige Vertreter wie Fortuna-Präsident Hanns-Jörg Westendorf, Polizeiinspektionsleiter Michael Brockmann und Horst Janke vom Ordnungsamt. Schriftliche Stellungnahmen kamen auch vom Sportamt, der Kölner Sportstätten GmbH und dem Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Es ist also klar, hier wird nicht nur geredet, sondern auch ordentlich geplant!
Ein wichtiger Punkt in den Diskussionen sind die erwarteten Zuschauerzahlen. Die steigen von durchschnittlich 2900 auf beeindruckende 4000 bis 5000 – und wenn Traditionsvereine zu Gast sind, könnte es sogar noch mehr werden. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten. Die Parkplatzsituation ist heikel, denn der Stadionparkplatz wird seit 2022 als Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete genutzt. Diese Einrichtung soll zwar Ende des Jahres aufgegeben werden, der Parkplatz bleibt aber Teil des Inneren Grüngürtels und steht künftig nicht mehr zur Verfügung. Ein echtes Dilemma!
Verkehrs- und Sicherheitskonzept auf dem Prüfstand
Die anwesenden Akteure waren sich einig, dass der Spielbetrieb im Südstadion möglich ist, jedoch gibt es dringenden Bedarf an zusätzlichen Konzepten – vor allem für Verkehr, Parken, Nahverkehr und Sicherheit. Vorschläge wie zusätzliche Parkflächen, Shuttle-Angebote für Gästefans und eine engere Taktung der KVB bei hohem Zuschauerandrang wurden diskutiert. Westendorf bezeichnete den Shuttle-Service vom Bahnhof Deutz als „schlechteste Lösung“ und regte an, Gespräche mit der Gothaer Versicherung über die Parkplatznutzung an Spieltagen zu führen. Ein kluger Schachzug, der hoffentlich Früchte trägt!
Natürlich darf die Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Polizeioberrat Brockmann wies darauf hin, dass Sicherheitsmaßnahmen sich an den jeweiligen Gegnern orientieren müssen. Hochrisikospiele gegen Mannschaften wie Rostock, Aachen oder Duisburg könnten auf dem Programm stehen, was zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Ein Vorschlag, Heimspiele ins Rhein-Energie-Stadion zu verlegen, wurde von Westendorf abgelehnt. Die Bezirksvertretung hat das Thema einstimmig zur weiteren Bearbeitung an die Verwaltung überwiesen. Das Ziel? Tragfähige Lösungen für einen sicheren Drittligabetrieb vor dem Saisonstart am 7. August.
Eine bewegte Vergangenheit
Doch wie kam es überhaupt zu diesem Aufstieg? Die Geschichte des SC Fortuna Köln ist geprägt von Höhen und Tiefen. Finanziell war der Verein lange Zeit stark von seinem Vorsitzenden und Mäzen Jean Löring abhängig. In der einzigen Erstligasaison 1973/74 hatte der Verein massive finanzielle Probleme, da die Heimspiele in der Radrennbahn stattfanden. Löring hielt den Verein 26 Jahre lang in der 2. Bundesliga, meldete jedoch 2001 Insolvenz an. Nach seinem Tod im Jahr 2005 war die Situation für den Verein kritisch. Fans starteten einen Spendenmarathon, um den Verein zu retten, und es wurden kreative Aktionen ins Leben gerufen, um Gelder zu sammeln. Von ungewöhnlichen Sammelaktionen bis hin zu einem Fortuna-Kart-Cup mit Michael Schumacher – die Fans gaben alles!
Obwohl der Verein bis in die viertklassige Oberliga abstürzte und 2005 den Spielbetrieb einstellen musste, fand unter dem Vorsitz von Egbert Bischoff eine Stabilisierung statt. Eine große Spendenaktion und ein Benefizspiel gegen den 1. FC Köln brachten 35.000 € ein und sicherten den Spielbetrieb der Jugendabteilung. Diese Rückschläge und der unermüdliche Einsatz der Fans sind Teil der DNA des SC Fortuna Köln.
Ein Blick in die Zukunft
Die aktuellen Herausforderungen rund um das Südstadion sind also nur ein weiterer Schritt in einer langen Reise. Vertreter aus Politik, Polizei und der Fußballverbände haben sich in der Bund-Länder-offenen-Arbeitsgruppe (BLoAG) getroffen, um über Sicherheitsbelange in Fußballstadien zu diskutieren. Hier geht es nicht nur um den SC Fortuna Köln, sondern um die gesamte Fankultur, die in Deutschland als vielfältig und einzigartig gilt. Trotz aller Herausforderungen bleibt das Ziel, ein sicheres Stadionerlebnis zu gewährleisten und die positive Fankultur zu erhalten. Auf die Fortuna und ihre treuen Anhänger kommt es jetzt an – gemeinsam geht es in eine spannende Saison!
