Heute ist der 28.05.2026 und in Rodenkirchen gibt es so viel zu entdecken – gerade wenn man einen Blick zurück in die Geschichte werfen möchte. Ein ganz besonderes Stück Kölner Mediengeschichte ist das Raderthaler Sendegebäude, das als Zeuge der ersten Rundfunkübertragungen in unserer Stadt gilt. Wusstet ihr, dass der Rundfunk in Köln 1923 seinen Anfang nahm? Leider konnten viele Kölner damals nicht dabei sein, denn die britischen Besatzer hatten die drahtlose Kommunikation aus Angst vor politischer Propaganda untersagt. Ein bisschen wie im Film, oder? Aber dann, Anfang 1926, war es endlich so weit: Die britischen Truppen zogen sich zurück und die erste Rundfunkübertragung konnte stattfinden.
Am 31. Januar 1926 wurde die „Befreiungsfeier“ vor dem Dom zum ersten Kölner Ereignis, das im Rundfunk übertragen wurde. Das war ein echtes Highlight! Mit der Gründung der „Westdeutschen Rundfunk AG“ (Werag) bekam Köln schließlich seinen eigenen Sender. Zunächst hörte man die Programme über den Sender Langenberg, doch Ende 1927 strahlte das Kölner Programm aus dem Raderthaler Volkspark, dem heutigen Fritz-Encke-Volkspark, aus. Der Kölner Architekt Theodor Willkens entwarf das Sendegebäude, das damals mit modernsten Technikräumen und sogar Beamtenhäuschen ausgestattet war.
Ein Gebäude in der Warteschleife
Doch die Zeiten haben sich geändert. Seit 2018 steht das Sendegebäude leer und ist mittlerweile in einem kritischen Zustand. Das Flachdach droht einzustürzen und das Grundstück verwildert zusehends. Früher diente es sogar als Behelfsunterkunft für Geflüchtete, eine ganz andere Art von Lebensgeschichte. Es gab zwar Initiativen, ein Radiomuseum einzurichten, doch diese Pläne sind bisher gescheitert. Die Stadt plant nun, die Immobilie in Erbpacht zu vergeben, allerdings müssen die Nutzungsmöglichkeiten im Wohngebiet verträglich sein. Die Entscheidung darüber trifft der Rat der Stadt, und ein Interessenbekundungsverfahren wurde im August 2025 eingeleitet. Vier Nutzungskonzepte sind bereits eingegangen und werden jetzt geprüft.
Alexander Hess vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege äußert Bedenken, dass das Gebäude aufgrund des Leerstands und der Schäden vielleicht sogar abgerissen werden könnte. Das wäre doch echt schade! Immerhin gilt das Sendegebäude als bedeutendes Zeugnis der Mediengeschichte. Die Sendeanlagen wurden 1932 abgebaut und seitdem ist die Verbindung zur Vergangenheit immer mehr ins Hintertreffen geraten. Es ist schon fast traurig, wenn man sich vorstellt, wie viel Leben und Geschichten in diesen Wänden steckten.
Die Zukunft des Raderthaler Sendegebäudes bleibt also spannend. Während die Stadt darüber nachdenkt, wie sie mit dieser historischen Immobilie umgehen soll, wünschen wir uns, dass das Gebäude nicht nur ein Relikt der Vergangenheit bleibt, sondern vielleicht eines Tages wieder zum Leben erweckt wird – als Ort des Austauschs, der Kreativität und des Erinnerns. Kölner Mediengeschichte ist nicht nur Geschichte, sie ist ein Teil unserer Identität und es wäre so schön, wenn sie in neuem Glanz erstrahlen könnte!