Heute, am 6. Mai 2026, ruft die Kölner Polizei zur Mithilfe auf – und das nicht ohne Grund. In der beliebten ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wird gleich doppelt um Unterstützung gebeten, um zwei dunkle Kapitel der Stadtgeschichte aufzuklären. Einmal geht es um den Mordfall der 48-jährigen Bianca B., der die Stadt schon seit den frühen 90er Jahren beschäftigt. Zum anderen steht der bewaffnete Raubüberfall auf den Feinkostgroßhandel „Mare Atlantico“, der im Dezember 2021 für Angst und Schrecken sorgte, im Fokus. Beide Fälle sind nicht nur düster, sie verlangen nach Antworten und möglicherweise nach Menschen, die mehr wissen.
Der Mordfall von Bianca B. ist besonders tragisch. Sie war im Kölner Rotlichtmilieu unter dem Pseudonym „Yvonne“ tätig. Am 4. Juli 1992 fand man ihren Leichnam in einem Apartment in der Brabanter Straße. Ein Blick in die Wohnung offenbarte ein Bild des Grauens: Die Räumlichkeiten waren durchwühlt, Wertgegenstände gestohlen – ein klarer Verdacht auf Raubmord. Die Obduktion ergab, dass Bianca mindestens einen Tag vor der Entdeckung getötet wurde. Die Ermittler haben einen schrecklichen Verdacht: Ihr letzter Kunde könnte der Täter sein. Daher bittet die Polizei um Hinweise zu Sichtungen von Bianca B. zwischen dem 1. und 4. Juli 1992. Wer hat etwas gesehen oder gehört?
Ein brutaler Überfall in der Vorweihnachtszeit
Der Überfall auf „Mare Atlantico“ am 23. Dezember 2021 war ebenso brutal. Drei Männer mit Sturmgewehren betraten das Geschäft, schossen in die Luft und bedrohten sowohl Kunden als auch Angestellte. Ein Schuss verfehlte eine Kassiererin nur knapp, was die Situation noch dramatischer machte. Die Täter entkamen mit einem Beutewert von satten 100.000 Euro in einem dunklen VW Golf. Ein vierter Komplize wartete als Fahrer im Fluchtfahrzeug. Die Flucht führte über die A4 in Richtung Rheinisch-Bergischer Kreis. Einige Wochen später fanden Ermittler das Kennzeichen des gestohlenen Fluchtautos, das zuvor in Köln-Seeberg entwendet worden war. Leider brachte auch die Vorstellung des Falls im Sommer 2022 in der gleichen Sendung keine entscheidenden Hinweise.
Die Beschreibung der Tatverdächtigen ist ebenfalls erschreckend präzise: Der erste Verdächtige ist schlank und etwa 1,80 m groß, trug eine schwarze Jacke mit gelbem Reißverschluss und schwarze Hose mit weißen Streifen. Der zweite ist athletisch, etwa 1,95 m groß und hatte eine schwarze „The North Face“-Jacke an sowie khakifarbene militärähnliche Hosen. Der dritte Verdächtige, ebenfalls athletisch und um die 1,80 m groß, war in einem dunklen Mantel und dunklen Hosen gekleidet. Kriminaloberkommissar Chris van de Ven hofft, dass die erneute Bitte um Hinweise vielleicht den entscheidenden Durchbruch bringen kann.
Köln im Spannungsfeld der Kriminalität
Die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland ist ein Thema, das viele bewegt. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts gab es im Jahr 2024 einen Rückgang der Straftaten um 1,7 % auf rund 5,84 Millionen. Hauptgrund dafür: weniger Cannabis-Delikte, seit die Teillegalisierung am 1. April 2024 in Kraft trat. Dennoch bleiben die Menschen verunsichert. Die Zunahme von Straftaten, die das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen, ist alarmierend. Das Dunkelfeld, also nicht erfasste Straftaten, ist ein weiterer Punkt: Viele Verbrechen, wie etwa Vergewaltigungen, werden seltener angezeigt als Einbrüche. Besonders in Stadtstaaten wie Berlin oder Bremen ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden, höher.
In Nordrhein-Westfalen, wo Köln liegt, sind die Kriminalitätszahlen besonders hoch. Die Aufklärungsquote lag 2024 bei 58 % – ein leicht gesunkener Wert im Vergleich zum Vorjahr. Das lässt uns fragen, ob die Polizei in der Lage ist, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten und ob die aktuellen Fälle, wie die von Bianca B. und dem Überfall auf „Mare Atlantico“, endlich aufgeklärt werden können. Für die Kölner Polizei ist dies nicht nur ein Job, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Jedes Puzzlestück zählt, und vielleicht bringt der heutige Aufruf in der Fernsehsendung die entscheidenden Hinweise.