In Deutschland gibt es einen lauten Ruf nach Veränderung – und der kommt direkt aus Hamburg. Joachim Gemmel, der Chef des Asklepios Krankenhauskonzerns, hat die Initiative ergriffen und fordert ein rauchfreies Deutschland. Er blickt dabei nach Großbritannien, wo man bereits Schritte unternimmt, um den Zigarettenkonsum zu verringern. Das Ziel? Die Zahl junger Raucherinnen und Raucher langfristig senken. Ein ambitioniertes Vorhaben, das Gemmel als notwendig erachtet, um die verheerenden Folgen des Rauchens zu bekämpfen und die Belastung unseres Gesundheitssystems zu reduzieren. Immerhin behandelt Asklepios jährlich fast 7.000 Lungenkrebspatienten – eine Zahl, die zum Nachdenken anregt.

Die Situation in Deutschland ist alarmierend. Immer mehr Frauen sterben an Lungenkrebs, inzwischen sogar mehr als an Brustkrebs. Ein Umdenken ist dringend notwendig. Gemmel weist auf die geplante Erhöhung der Tabaksteuer hin, doch ein langfristiges Verkaufsverbot für Zigaretten ist nicht in Sicht. Stattdessen bleibt die Frage: Wie schaffen wir es, ein rauchfreies Land zu werden?

Ein Blick auf die Zahlen

Deutschland gilt als Schlusslicht in der Tabakkontrolle in Europa. Jährlich erkranken etwa 85.000 Menschen an Krebs, der durch das Rauchen verursacht wird, und die Zahl der Todesfälle, die auf Tabakkonsum zurückzuführen sind, beträgt erschreckende 127.000. Die Folgekosten durch tabakbedingte Krankheiten und den Tod belaufen sich auf satte 97 Milliarden Euro. Das sind nicht gerade kleine Beträge und werfen ein grelles Licht auf die Dringlichkeit einer neuen Strategie – der „Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040“.

Dieses Strategiepapier fordert politische Entscheidungsträger auf, das Nichtrauchen zu stärken. Unterstützt von Organisationen wie dem DKFZ und der Deutschen Krebshilfe, setzt sich die Strategie das ehrgeizige Ziel, bis 2040 weniger als 5% der Erwachsenen und 2% der Jugendlichen als Tabakkonsumenten zu haben. Zentrale Maßnahmen umfassen Einschränkungen für die Tabakindustrie, ein Verbot der Werbung am Verkaufsort und regelmäßige Erhöhungen der Tabaksteuer. Das klingt gut, oder?

Schutz und Unterstützung für Nichtraucher

Ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland raucht derzeit. Um diesen Trend zu stoppen, sollen Raucher leichteren Zugang zu Hilfsangeboten bekommen. Auch die Kosten für die Behandlung von Tabakabhängigkeit sollen erstattet werden. Die Kampagne „Deine Chance“ der Drogenbeauftragten der Bundesregierung fördert den Rauchstopp – ein Schritt in die richtige Richtung, aber ist das genug?

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Dr. Gauden Galea von der WHO warnt vor den Folgen des Tabakkonsums, der nicht nur eine Hauptursache für viele Krankheiten ist, sondern auch die Gesundheitssysteme in den Ländern belastet. Schätzungen zufolge konsumieren in der Europäischen Region etwa 179 Millionen Erwachsene und 4 Millionen Jugendliche Tabak, und die Prognosen sind alles andere als rosig. Wenn wir nicht handeln, könnte die Region bis 2030 die weltweit höchste Tabakkonsumrate erreichen. Ungeheuerlich, oder?

Der Weg nach vorn

Die WHO hat das MPOWER-Konzept ins Leben gerufen, das verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums umfasst. Dazu gehören unter anderem die Überwachung des Tabakkonsums, Schutz vor Passivrauchen und die Durchsetzung von Werbebeschränkungen. Während 81% der Länder in der Region Systeme zur Überwachung des Tabakkonsums haben, zeigt sich, dass nur 11 Länder auf dem besten Weg sind, die globale Verpflichtung zur Reduzierung des Tabakkonsums um 30 % bis 2025 zu erreichen. Das lässt einen schon nachdenklich werden.

Es ist klar, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten, ein gesünderes Deutschland zu schaffen, sind greifbar. Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Entscheidungsträger dem Aufruf von Gemmel und vielen anderen folgen, um ein rauchfreies Land zu gestalten. Denn letztlich geht es um unsere Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder. Ein rauchfreies Deutschland soll kein Traum bleiben, sondern Realität werden.