Heute ist der 12.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die Wahrnehmung der Deutschen im internationalen Kontext sowie auf die eigene Einschätzung ihrer Höflichkeit. Eine Umfrage des britischen Finanzdienstleisters Remitly hat im März 2026 über 4600 Personen aus 26 Ländern befragt, wie sie Deutsche wahrnehmen. Das Ergebnis könnte überraschen: Deutschland wird als eine der fünf höflichsten Nationen angesehen, nur Japan, Kanada, Großbritannien und China stehen noch vor uns. Klingt vielversprechend, oder? Doch die Selbsteinschätzung der Deutschen selbst ist ein ganz anderes Kapitel. Hier landen wir nur auf Rang 21 – ein hitziges Thema, über das es viel zu diskutieren gibt.

Die positiven Eigenschaften, die in der Umfrage hervorgehoben wurden, sind direkte Kommunikation, Respekt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme. Das klingt fast wie das Idealbild eines Deutschen! Aber in der Wahrnehmung anderer Nationen scheinen wir unfreundlich zu wirken und landen ganz hinten in der Liste der Freundlichkeit. Vielleicht liegt es an den kulturellen Unterschieden im Smalltalk? Manch ein Ausländer könnte uns als „zu ordentlich“ oder gar „engstirnig“ empfinden – wie die kolumbianische Sichtweise zeigt, die uns vorwirft, wir würden zu sehr auf ordnungsgemäße Quittungen bestehen.

Rohes Klima im Umgangston

<pDoch nicht nur aus dem Ausland kommt Kritik. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, die im Auftrag von Babbel durchgeführt wurde, zeigt, dass auch in Deutschland selbst der Umgangston rauer empfunden wird als vor fünf Jahren. Tatsächlich empfinden 59 Prozent der Befragten den Alltag als unhöflicher. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht für all die 85 Prozent, die sich selbst für höflich halten. Ein interessanter Altersunterschied zeigt sich: Während 65 Prozent der Boomer-Generation die Entwicklung als negativ bewerten, sehen nur 39 Prozent der Jüngeren das so.

Regionale Unterschiede machen das Bild noch bunter. In Hamburg empfinden 61 Prozent der Menschen den Alltag als höflich, während in Bremen nur 36 Prozent diese Sichtweise teilen. Ein klarer Fall von „Was die eine Stadt kann, kann die andere noch lange nicht!“ Und als ob das nicht genug wäre, hat auch der Straßenverkehr seinen eigenen Hotspot der Unhöflichkeit. Hier sind sich 61 Prozent der Befragten einig, dass es im Straßenverkehr oft unhöflich zugeht. Am Arbeitsplatz hingegen wird die Unhöflichkeit nur von 15 Prozent als problematisch angesehen.

Eine Frage der Perspektive

<pEs ist also nicht verwunderlich, dass die politische Zugehörigkeit in diesem Kontext nur eine untergeordnete Rolle spielt. Egal ob links oder rechts – die Mehrheit scheint sich über den allgemeinen Umgangston Sorgen zu machen. Man könnte fast meinen, dass wir alle in einem großen, unhöflichen Boot sitzen. Die Schlussfolgerung von Babbel, dass wir Nachholbedarf bei der Höflichkeit haben, insbesondere im direkten Kontakt mit anderen Menschen, könnte nicht passender sein.

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<pDie Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ein Thema, das nicht nur in Deutschland, sondern auch international immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Es bleibt abzuwarten, wie wir als Gesellschaft diese Herausforderungen angehen und ob wir irgendwann einen Weg finden, die eigene Höflichkeit besser zu vermitteln. Vielleicht wird der nächste Smalltalk ja etwas lockerer und freundlicher – wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren.