Die Situation am Wahner Bahnhof ist alles andere als angenehm. Da steht man, geduldig wartend auf die S-Bahn, und plötzlich wird das Bedürfnis nach einer Toilette übermächtig. Nur blöd, dass es am Bahnhof keine öffentlichen Toiletten gibt. Die Fahrgäste sind unzufrieden, das ist mal sicher. Ein Umstand, den die Bezirksvertretung (BV) Porz nicht länger hinnehmen möchte. Mit einem klaren Beschluss haben sie die Toilettensituation ins Visier genommen und wollen Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Ein Schritt in die richtige Richtung, könnte man sagen.

Nils Beuth von der SPD ist da ganz klar: Eine Toilette am Bahnhof oder zumindest in der Nähe ist unabdingbar. Auch die anderen Parteien, CDU, Grüne und Volt, haben sich hinter diesen Antrag gestellt. Das klingt schon mal vielversprechend! Der Antrag fordert die Verwaltung auf, geeignete Standorte für eine öffentliche Toilette zu scouten. Dabei müssen auch die Kosten, Reinigung, Wartung, Barrierefreiheit und Zuständigkeiten geklärt werden. Man kann nur hoffen, dass dies nicht in endlosen bürokratischen Mühlen versickert.

Der Weg zur Lösung

Ein konkreter Umsetzungsvorschlag mit einem Zeitplan soll laut BV Porz bald vorgelegt werden. Die Verwaltung wird zudem gebeten, zu prüfen, ob die Busfahrertoiletten kurzfristig auch von Fahrgästen der Deutschen Bahn und KVB genutzt werden können. Hier kommt die AfD ins Spiel, die sich gegen diese Mitnutzung ausgesprochen hat – während sich der Rest der Parteien mehrheitlich dafür ausgesprochen hat. Das Thema Toilettenversorgung scheint also auch ein politisches Schlachtfeld zu sein.

Zusätzlich zur Forderung nach einer Toilette am Bahnhof hat die CDU-Fraktion auch eine öffentliche Toilette auf dem Pfarrer-Oermann-Platz in Eil ins Spiel gebracht. Ein Antrag zur Prüfung eines weiteren Standorts in Eil wird ebenfalls von anderen Parteien in der BV Porz unterstützt. Die Toilette ist ein Stück Lebensqualität, das darf man nicht vergessen.

Ein Blick über den Tellerrand

Wenn wir schon beim Thema öffentliche Toiletten sind, könnte ein Blick auf die Entwicklungen in anderen Städten nicht schaden. In Leipzig beispielsweise wird eine barrierearme Trockentoilette im Lene-Voigt-Park geplant. Ein Pilotprojekt, das 2023 ins Leben gerufen wurde, umfasst 24 öffentliche Trockentrenntoiletten und Urinale in Parkanlagen. Diese Toiletten benötigen keinen Stromanschluss und sind abwasserlos – echt praktisch, oder?

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Solche Lösungen stehen auch im Kontext der EU, die die Kommunalabwasserrichtlinie novelliert. Ab 2025 sind Kommunen gefordert, ausreichende sanitäre Einrichtungen im öffentlichen Raum zu schaffen. Besonders wichtig ist die kostenlose und sichere Zugänglichkeit, vor allem für Frauen. Die Frist für die Umsetzung läuft bis Anfang 2029. Da wird es spannend, wie die Städte auf diese Herausforderung reagieren werden.

Am 19. November ist zudem der UN-Welttoilettentag, der unter dem Motto „Wir werden immer die Toilette brauchen“ steht. Ein wichtiger Reminder für die Weltgemeinschaft, dass Zugang zu Sanitärversorgung ein anerkanntes Menschenrecht ist. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Diskussion rund um die Toilettensituation am Wahner Bahnhof weiterentwickelt – und ob wir bald auch hier eine Lösung finden, die den Bedürfnissen der Fahrgäste gerecht wird.