Kölns nächtliches Funkeln: Glühwürmchen erobern die Parks
Die Glühwürmchenzeit hat ihren Höhepunkt erreicht, und das nicht nur in den tiefen Wäldern, sondern auch in den städtischen Parks Kölns. Besonders schön wird es in den Abendstunden, wenn das sanfte Licht dieser kleinen Käfer die Dunkelheit durchbricht. Ein zauberhaftes Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Der Kölner Geologe und Naturkundler Sven von Loga bietet nächtliche Exkursionen an, bei denen man die faszinierenden Lichter hautnah erleben kann.
Die Glühwürmchen fliegen in der Regel etwa zwei Wochen rund um den 24. Juni. Doch wie das Wetter so ist, kann sich alles auch mal verschieben. Ideale Bedingungen für diese kleinen Lichtspender sind warmes Wetter und ein bisschen Regen – Trockenheit hingegen kann ihnen ganz schön zusetzen. Und das ist nicht nur eine Floskel. Die erwachsenen Glühwürmchen sind nur kurz sichtbar, um sich zu paaren. Dabei fliegen die Männchen mit ihrem leuchtenden Licht umher, während die Weibchen am Boden sitzen und ihre Lichtsignale aussenden. Nach der Paarung legt das Weibchen Dutzende bis über 100 Eier ab und stirbt. Ein kurzer, aber intensiver Lebenszyklus, der uns an die Zerbrechlichkeit der Natur erinnert.
Die Rolle der Umwelt
Glühwürmchen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie sind auch Teil eines komplexen Ökosystems. Die Larven schlüpfen nach einigen Wochen und leben dann 2-3 Jahre verborgen in Laub und Totholz. Leider ist die Trockenheit ein ernstes Problem für diese kleinen Wesen, da sie die Larven und deren Nahrung gefährdet. Außerdem ist Lichtverschmutzung ein ständiger Feind. Zu viel Licht stört das Paarungsverhalten und erschwert die Orientierung der Glühwürmchen in der Dunkelheit. Es ist eine Herausforderung, die uns alle betrifft, besonders in einer Stadt wie Köln mit ihrem hell erleuchteten Nachtleben.
Die Stadt Köln hat über 1000 Beobachtungen von Glühwürmchen kartiert, vor allem im äußeren und inneren Grüngürtel sowie in den Parks. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Gartenbesitzer können viel tun, um diesen faszinierenden Käfern zu helfen: Totholz und Laub liegen lassen, auf nächtliche Beleuchtung verzichten – das sind einfache Maßnahmen, die einen großen Unterschied machen können.
Gemeinsam für die Natur
Das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen in Köln-Porz bietet ebenfalls Exkursionen an, die sehr gefragt sind. Biologe Robert Schallehn hat in dieser Saison sogar eine Zunahme der Glühwürmchen beobachtet, was natürlich Grund zur Freude gibt. Aber wir müssen aufpassen, denn die Gefahr durch Trockenheit und Lichtverschmutzung bleibt. Der NABU empfiehlt daher, Schotterflächen zu vermeiden, weniger zu mähen und Blühinseln anzulegen. Das ist nicht nur gut für die Glühwürmchen, sondern auch für andere Tiere wie Wildbienen, Igel und Vögel. Sogar auf dem Balkon oder im Hinterhof kann jeder von uns etwas für die Natur tun!
Kleine alltägliche Entscheidungen können einen großen Unterschied machen. Radfahren statt Autofahren, Ökostrom nutzen, regional und saisonal einkaufen – das sind Schritte in die richtige Richtung. Politischer Druck ist notwendig, damit Kommunen und Bezirke insektenfreundliche Maßnahmen umsetzen. Es ist erschreckend zu hören, dass in Städten wie Berlin Glühwürmchen nur noch an wenigen Orten vorkommen, und das sollte uns zu denken geben.
Die Erinnerung an Glühwürmchen auf Elba oder die seltene Art Lampyris lareynii maculata zeigt uns, wie wichtig es ist, unsere Umwelt zu schützen. In Köln haben wir die Chance, diese funkelnden Wesen zu bewahren, wenn wir gemeinsam handeln. Wer weiß, vielleicht leuchten schon bald auch wieder neue Lichtpunkte in unseren Gärten und Parks!
