In Köln-Porz, wo die Luft nach frisch gebackenem Brot duftet und die Menschen mit einem Lächeln grüßen, gibt es ein Projekt, das es in sich hat. Die Kopernikus-Hauptschule hat mit ihrem Grenzgänger-Projekt, initiiert von Lehrer Patrick Urbas, eine spannende Reise gestartet. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a haben sich das Ziel gesetzt, den höchsten Gipfel Deutschlands, die Zugspitze, zu erklimmen. Ein Unterfangen, das nicht nur Ausdauer, sondern auch Teamgeist und eine Portion Mut erfordert!

Die Idee, gemeinsam die Zugspitze zu besteigen, ist nicht einfach aus dem Nichts entstanden. Vor einem Jahr begann die Vorbereitung mit Training und einem verstärkten Bewusstsein für Ernährung. Dabei wird nicht nur auf die Fitness geachtet, sondern auch darauf, gesunde Lebensmittel und deren Herkunft näherzubringen. So hat Christina Zander vor zehn Jahren die „Satte Rasselbande“ gegründet, um den Kindern das Kochen und die Bedeutung von gesunder Ernährung zu vermitteln. Ein wichtiger Teil des Projekts, denn schließlich müssen die Schüler auch bei Kräuterquark und Rievkooche (das sind Kartoffelpuffer, für die sie 1 kg Kartoffeln, 2 Eier, 3 Esslöffel Mehl, Salz und Zwiebeln benötigen) selbst Hand anlegen!

Gemeinsam ans Ziel

Mit 17 motivierten Schülerinnen und Schülern geht es also los. Vitali, der mit seinen 14 Jahren schon gefüllte Weinblätter zaubert, und der 12-jährige Armando, der sich bereits beim Fünf-Kilometer-Lauf in Leverkusen bewiesen hat, sind nur zwei der vielen Talente, die hier zusammenkommen. Mohammed kümmert sich um die Petersilie und schneidet Frühlingszwiebeln, während Luba Lenchynska das Ergebnis der Kochkünste überprüft. „Das schmeckt ja echt gut!“, ruft einer der Schüler und die Vorfreude auf die bevorstehenden Abenteuer ist greifbar.

Die Wanderung zur Zugspitze umfasst 13 Kilometer und 1400 Höhenmeter, die in etwa sieben Stunden zurückgelegt werden. Damit das Ganze nicht zu einem schweißtreibenden Kampf wird, haben die Lehrer gemeinsam mit Wanderleitern des Deutschen Alpenvereins Sicherheitsregeln aufgestellt. Nur wer eine bestimmte Anzahl an Wanderungen absolviert hat, darf den Gipfel erklimmen. Das hat sich gelohnt: Fünf Schüler haben den Gipfel erreicht, während neun andere bis zur Hälfte mitwanderten. Abdul, der mit einem Bandscheibenvorfall kämpft, hat es so weit wie möglich geschafft und den Ausblick von der Gondel genossen. „Es war einfach nur geil!“, so sein Eindruck.

Ein ganzheitliches Konzept

Das Grenzgänger-Projekt ist mehr als nur eine Herausforderung für die Beine. Hier geht es um Lebenskompetenzen wie Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Die Schüler lernen, dass sie gemeinsam viel erreichen können. Sie kochen in ihrer Unterkunft, nutzen eingekochtes Gemüse aus dem Schulgarten und stärken sich mit gesunder Kost. Am letzten Tag des Projekts wird ein Besuch in einem Restaurant organisiert, finanziert durch 800 Euro aus Brötchenverkäufen am Schulkiosk. Das alles zeigt, wie wichtig Teamarbeit und Engagement sind.

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Das Projekt hat im letzten Jahr Premiere gefeiert und geht nun in die zweite Runde. 16 Schulen haben Interesse bekundet, und selbst von der Otto-Lilienthal-Realschule in Porz-Wahn gibt es Anfragen. Der Plan ist, das Konzept für jüngere Kinder anzupassen und langfristig als Marke auszubauen, um anderen Schulen ein ähnliches Erlebnis zu bieten. So wird das Grenzgänger-Projekt nicht nur zur Herausforderung für die Schüler, sondern auch zur Inspirationsquelle für viele andere.