Heute ist der 11. Mai 2026 und in Köln-Lindenthal ist die Lage angespannt. Ein amerikanischer Zehn-Zentner-Blindgänger wurde bei Bauarbeiten in der Straße Am Mönchshof entdeckt. Und das ist kein Spaß. Rund 4.100 Anwohner müssen ihre vier Wände für eine Weile verlassen, denn die Entschärfung dieser Fliegerbombe erfordert umfassende Sicherheitsmaßnahmen im Umkreis von 500 Metern. Ja, das betrifft auch die medizinischen und sozialen Einrichtungen in der Nähe. Da fragt man sich doch, was einem da noch alles blühen kann.
Die Evakuierungsmaßnahmen sind für heute um 9:00 Uhr angesetzt. Das klingt nach einem klaren Plan, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Am Wochenende war ein sofortiger Einsatz nicht möglich – logistische Vorbereitungen, die man sich kaum vorstellen kann, waren nötig. Währenddessen wird der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt. Die KVB-Linie 7 wird ab Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ nach Sülz umgeleitet, und die Buslinie 136 muss über Gleueler Straße und Militärring ausweichen. Für die Feuerwehr ist die Kitschburger Straße zwischen Dürener Straße und Friedrich-Schmidt-Straße vollständig gesperrt. Da wird’s ganz schön eng für die Helfer.
Evakuierungsmaßnahmen im Detail
Die Anlaufstelle für die betroffenen Bürger ist die Theodor-Heuss-Realschule in Sülz, wo allerdings der reguläre Schulbetrieb heute ausfällt. Auch die GGS Freiligrathstraße, die katholische Hans-Christian-Andersen-Schule, mehrere Kindertagesstätten und das Kloster zur Hl. Elisabeth bleiben geschlossen. Eltern werden aufgerufen, für ihre Kinder alternative Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren und sie nicht in die betroffenen Einrichtungen zu bringen. Ein Aufruf, der sicherlich für viele eine zusätzliche Herausforderung darstellt.
Die Stadt Köln hat die Warn-Apps NINA und Katwarn aktiviert, damit die Bürger rechtzeitig informiert werden. Das Ordnungsamt der Stadt Köln und der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland koordinieren den Einsatz. Man kann sich vorstellen, dass dies kein Zuckerschlecken ist, denn bei der Entschärfung von Weltkriegsbomben ist höchste Vorsicht geboten. Schließlich können Blindgänger aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine große Gefahr darstellen.
Vorbereitung auf die Evakuierung
Natürlich gibt es auch wichtige Hinweise für die Bevölkerung, die evakuiert werden muss. Wichtige Dinge wie Personalausweis, Führerschein, medizinische Unterlagen und Medikamente sollten bereitgehalten werden. Und auch die Verpflegung – vielleicht ein paar Snacks und Babynahrung – spielt eine Rolle. Hach, alles nicht so einfach! Die eigene Wohnung sollte man urlaubsreif hinterlassen: Licht, Fernseher und Radio aus, Wasserhähne schließen, Fenster und Türen zu. Und was ist mit den Haustieren? Die sollten in der Regel zuhause bleiben, wenn sie versorgt sind. Das ist eine echte Zwickmühle für viele Tierbesitzer.
Die Evakuierung selbst wird durch Lautsprecheransagen und Medieninformationen begleitet. Informationen über das Ende der Evakuierung werden ebenfalls über die Medien und Durchsagen weitergegeben. Manchmal kann es Verzögerungen geben, wenn Menschen den Evakuierungsbereich nicht rechtzeitig verlassen. Die Einsatzkräfte sind allerdings auf mögliche Probleme vorbereitet. Im Nachbarort Wiesbaden wird das Ganze ähnlich gehandhabt, dort ist der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen zuständig. Die Koordination läuft über das Regierungspräsidium Darmstadt. Und auch dort gilt: Sicherheit geht vor! Wenn alles gut läuft, können die Anwohner bald in ihre Wohnungen zurückkehren. Aber bis dahin heißt es: Ruhe bewahren und auf die Anweisungen der Einsatzkräfte hören.