Am Samstagnachmittag war die Martin-Luther-Kirche in Porz ein Ort der musikalischen Verzauberung. Die Lutherkantorei und das Barockorchester Cappella Confluentes entführten die Zuhörer mit einer fulminanten Aufführung von Antonio Vivaldis „Gloria“ RV 589 in D-Dur. Dieses Konzert war nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch ein Fest für die Seele, das die Klänge des Barock in die Herzen der Anwesenden trug.
Der Höhepunkt des Konzerts war das 30-minütige „Gloria“, das die Zuschauer in seinen Bann zog. Solistinnen Merle Marie Bader (Sopran) und Lara Morger (Mezzosopran) überzeugten mit ihren beeindruckenden Stimmen und brachten die Emotionen des Werkes perfekt zur Geltung. Die gesamte Aufführung dauerte etwa eineinhalb Stunden und bot darüber hinaus auch die Werke „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi und Bachs „Christ ist erstanden“ (BWV 276) dar.
Ein Meisterwerk des Barock
Das „Stabat Mater“, das als bekanntestes Kirchenstück des 18. Jahrhunderts gilt, hat eine besondere Bedeutung in der Musikgeschichte. Giovanni Battista Pergolesi, 1710 in Jesi geboren und 1736 in Pozzuoli verstorben, war ein italienischer Komponist, dessen Werke auch heute noch hoch geschätzt werden. Seine Fähigkeit, die Grenzen zwischen „hohem“ und „niedrigem“ Stand musikalisch zu verwischen, machte ihn zu einem der größten Musiker seiner Zeit.
Das „Stabat Mater“ war im 18. Jahrhundert das am häufigsten gedruckte Musikstück und hat zahlreiche Bearbeitungen erfahren. Pergolesi, der nur 26 Jahre alt wurde, hinterließ ein Erbe, das die Nachwelt beschäftigt hat und dessen Nachruhm oft über den von Bach und Mozart hinausgeht. Mit seinem Werk schuf er eine emotionale Tiefe, die selbst große Meister zu inspirieren vermochte.
Zurück in die Gegenwart
Die neue Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Porz-Wahnheide, Sarah Proske, übernahm nach dem Konzert die Leitung, nachdem Michael Bader, der die Proben unter seiner Interimsleitung seit Ende November geführt hatte, seine Aufgaben übergab. Chorsprecherin Marieke Gasteier äußerte sich mit Zufriedenheit über die gelungene Aufführung und die Zusammenarbeit des Chores und des Orchesters.
Das Konzert bot nicht nur einen inspirierenden Einblick in die barocke Musik, sondern zeigte auch die Fähigkeiten der jungen Talente auf, die in der Lutherkantorei zusammenkommen. Die sorgfältige Vorbereitung und die Hingabe der Musiker trugen dazu bei, dass die Zuhörer ein unvergessliches Erlebnis hatten. Ein Abend, der nicht nur die Ohren erfreute, sondern auch die Herzen berührte.