In Köln tut sich etwas Erfreuliches für die Menschen auf der rechtsrheinischen Seite: Die Krankenhäuser in Kalk, Merheim und Porz haben ein neues Netzwerk ins Leben gerufen, das Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand eine schnelle und effektive Anlaufstelle bietet. Diese Neuigkeit wurde am Montag von den Chefärzten der Kardiologie der drei Kliniken bekannt gegeben. Bisher mussten Patienten, die einen Herzstillstand erlitten hatten, zur Kölner Uniklinik auf die linksrheinische Seite transportiert werden. Diese Situation gehört nun der Vergangenheit an.

Frank Eberhardt, der Chef der Kardiologie im Evangelischen Krankenhaus Köln Kalk, hebt hervor, wie wichtig dieses Netzwerk für die Verbesserung der Versorgung der rechtsrheinischen Patienten ist. „Es ist entscheidend, dass wir die medizinische Hilfe schnell und direkt vor Ort anbieten können“, erklärt er. Die Behandlung eines an eine ECMO (Extracorporeal Membrane Oxygenation) angeschlossenen Patienten erfordert ein Team von etwa zehn hochqualifizierten Medizinern und Fachkräften. Dieser Aufwand ist notwendig, da die ECMO eine Herz-Lungen-Maschine ist, die vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge übernimmt, und nur in ausgewählten Fällen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand eingesetzt wird.

Einheitliche Notfallversorgung

Die Rettungskräfte haben sich bereits auf eine einheitliche Telefonnummer geeinigt, um Patienten schnell anzumelden und ihnen einen freien ECMO-Platz zuzuweisen. „Jährlich müssen etwa 850 Menschen durch unseren Kölner Rettungsdienst wiederbelebt werden“, berichtet Alex Lechleuthner, der Chef des Rettungsdienstes. Interessanterweise sind zwei Drittel der Patienten linksrheinisch, während ein Drittel von der rechtsrheinischen Seite kommt. Jährlich kommen etwa 50 Patienten in Frage, die für eine ECMO-Behandlung geeignet sind.

Die Kölner Uniklinik behandelt jährlich rund 40 ECMO-Patienten, die vom Rettungsdienst eingeliefert werden. Ein schnelles Handeln ist hier entscheidend, denn das Zeitfenster für den Anschluss an eine ECMO beträgt nur 60 Minuten, wobei der Anschluss selbst etwa 15 Minuten in Anspruch nimmt. Die Notwendigkeit, dass Patienten von Laien vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes reanimiert werden, hat sich als besonders wichtig erwiesen – in den letzten 15 Jahren stieg der Anteil der Patienten, die vor dem Eintreffen reanimiert wurden, von 10 auf 30 Prozent.

Strenge Kriterien und Erfolge

Die Verantwortlichen betonen die Notwendigkeit strenger Kriterien für den Einsatz der ECMO. „Die Überlebensrate der behandelten Patienten muss genau beobachtet werden. Liegt diese unter 30 Prozent, müssen wir unser Konzept überdenken“, erklärt Baldus. Marc Horlitz, der Kardiologie-Chef in Porz, ergänzt: „Bereits eine erfolgreiche Rettung eines Patienten bestätigt den Wert und die Notwendigkeit unseres neuen Netzwerks.“

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Diese Entwicklungen sind besonders bedeutend, wenn man bedenkt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland häufige und schwerwiegende Krankheitsbilder darstellen. Die Klinik für Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin in Bottrop führt ebenfalls umfassende Behandlungen dieser Erkrankungen durch und hat sich auf die Notfallversorgung spezialisiert. Mit einem neu gestalteten Herzkatheterlabor und einer 24/7-Herzkatheterbereitschaft sichern sie eine schnelle Behandlung bei akuten Notfällen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeitenden tragen zur hohen fachlichen Expertise bei, die in den zahlreichen Zertifizierungen und Auszeichnungen der Klinik sichtbar wird.

Die neue Kooperation zwischen den Kliniken in Köln und der Kölner Uniklinik wird sicherlich dazu beitragen, die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand weiter zu erhöhen und die Versorgungslandschaft in Köln nachhaltig zu verbessern. In einer Zeit, in der schnelle und effektive medizinische Hilfe unerlässlich ist, ist dieses Netzwerk ein großer Schritt in die richtige Richtung.