Heute ist der 20.04.2026 und in Köln-Porz gibt es einen neuen Lichtblick für Menschen mit Demenz: den Hundebesuchsdienst, der bereits in Düsseldorf erfolgreich etabliert ist. Hier kommen unsere vierbeinigen Freunde ins Spiel: Malou, Pippa und Pauley sind die Stars des Programms, die zusammen mit ihren Frauchen die Herzen von Demenzkranken erobern. Ziel dieser Besuche ist es, den Betroffenen besondere Erlebnisse, Wärme, Trost und Freude zu schenken und gleichzeitig eine Entlastung für die pflegenden Angehörigen zu schaffen.
Der Hundebesuchsdienst wird in Köln von der Alexianer Köln GmbH ins Leben gerufen. Das Alexianer-Krankenhaus Köln-Porz, ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, wurde bereits 1908 gegründet und hat sich der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen verschrieben. Der Dienst wird bereits in mehreren Regionen Deutschlands angeboten, darunter der Rhein-Erft-Kreis, Hamburg, der Rhein-Sieg-Kreis und Krefeld/Kamp-Lintfort, und hat sich als wertvolle Bereicherung im Alltag der Betroffenen erwiesen.
Ein intensives Auswahlverfahren
Am 19. April erhielten zwölf neu ausgebildete Ehrenamtliche zusammen mit ihren Hunden ihre Zertifikate. Um sich für das Programm zu qualifizieren, mussten die Ehrenamtlichen ein umfangreiches Ausbildungsprogramm durchlaufen. 28 Hundebesitzer*innen meldeten sich auf den Aufruf der Projektkoordinatorin Katrin Meyer. Der Auswahlprozess war nicht ohne, denn es fand ein „Casting auf der Hundewiese“ statt, bei dem der Trainingszustand der Hunde überprüft wurde. Nur die gut erzogenen Hunde hatten die Chance, Teil dieses besonderen Dienstes zu werden.
Die Ausbildung der Hund-Halter-Teams umfasste nicht nur medizinische Informationen über Demenz, sondern auch wichtige Kommunikationstipps und Erste-Hilfe-Kurse. Rollenspiele und Hygiene-Tipps von einer Tierärztin waren ebenfalls Teil des Programms, mit dem Ziel, den Hundeführerschein zu erlangen. Nach Abschluss des Kurses können die Teams in den Besuchsdienst vermittelt werden.
Individuelle Betreuung für mehr Lebensqualität
Die Besuche erfolgen in einer individuellen 1:1-Betreuung, sowohl in Privathaushalten als auch in Pflegeeinrichtungen. Hierbei ist es wichtig, dass dasselbe Mensch-Hund-Team die Begleitung übernimmt, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, die regelmäßige Treffen ermöglicht. Diese Hundebesuche bringen nicht nur Abwechslung in den Alltag der Betroffenen, sondern fördern auch die soziale Nähe, die für Menschen mit Demenz von großer Bedeutung ist.
Aktuell sind wieder Kapazitäten für Hundebesuche verfügbar. Interessierte können sich direkt bei Katrin Meyer per E-Mail oder Telefon melden. Zudem wird der nächste Qualifizierungskurs für angehende Ehrenamtliche Anfang 2027 starten – eine hervorragende Gelegenheit für Hundeliebhaber, sich für eine sinnvolle Sache zu engagieren.