In Köln-Niehl führt die Rudolf-Sohm-Straße ein Schattendasein – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Familie Hermanns macht sich Sorgen. Immer wieder beobachten sie gefährliche Verkehrssituationen, wenn Autofahrer auf die spielenden Kinder am Straßenrand zufahren. Man muss sich nur mal vorstellen, wie es ist, wenn blitzschnell ein Auto um die Ecke kommt, während die kleinen Racker fröhlich ihre Runden drehen. Schrecklich! Die Straße wird von vielen ortsfremden Pkw-Fahrern frequentiert, die auf Parkplatzsuche sind. Da wird nicht nur mehrmals durch die Straße gefahren, sondern oft auch mit überhöhter Geschwindigkeit. Das ist alles andere als beruhigend.

Die Rudolf-Sohm-Straße ist ein wichtiger Verbindungsknoten zwischen der Friedrich-Karl-Straße und der Pohlmanstraße. Nicht selten nutzen Autofahrer sie als Schleich- und Ausweichroute. Es ist eine „unechte Einbahnstraße“ – das heißt, die Einfahrt von der Pohlmanstraße ist untersagt, aber die Durchfahrt in beide Richtungen ist möglich. Der Verkehr ist hier ein ständiges Thema, besonders da der Tempo-30-Bereich an der Friedrich-Karl-Straße oft übersehen wird. Fußgänger und Radfahrer, darunter auch viele Senioren mit Rollatoren, sind hier unterwegs, jedoch sind die Gehwege oft schmal – weniger als einen halben Meter. Das zwingt Fußgänger dazu, auf der Fahrbahn zu laufen. Und das ist wirklich nicht ideal, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren etwa 20 neue Kinder in der Straße wohnen.

Der Wunsch nach Veränderung

Die Anwohner sind alarmiert. Familie Hermanns hat sich deshalb schon 2022 an die Stadt gewandt und eine Spielstraße gefordert – was allerdings abgelehnt wurde. Mit über 60 Unterschriften im Gepäck wandten sie sich an die Bezirksvertretung Nippes. Diese hat schließlich mehrheitlich einen Antrag für Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. Mögliche Verbesserungen, die ins Auge gefasst werden, sind Spielstraßen, Sackgassen, Verkehrsinseln sowie bessere Beschilderungen und zusätzliche Bodenmarkierungen. Die Sorgen der Bürger sind vollkommen nachvollziehbar, gerade wenn man bedenkt, wie viele Kinder in der Gegend leben und spielen. Unterstützung erhalten die Hermanns von den Lokalpolitikern Michael Breiman (Grüne) und Leila Pjanic (SPD). Sie setzen sich ebenfalls für die Anliegen der Anwohner ein. Immer wieder wird auch über die Notwendigkeit breiterer Gehwege in Nippes und Niehl diskutiert – das würde die Situation für alle Beteiligten enorm verbessern.

Tempo 30 – ein Schritt in die richtige Richtung

Ein weiterer Punkt, der im Kontext dieser Debatte von Bedeutung ist, ist die neue Straßenverkehrsordnung (StVO). Diese erleichtert die Anordnung von Tempo 30 an Schulen, Kitas und Krankenhäusern – und das gilt sogar für Bundesstraßen! Neu sind auch Tempo-30-Zonen an Spielplätzen und Zebrastreifen, was für die Sicherheit der kleineren Verkehrsteilnehmer von großer Bedeutung ist. Diese Regelungen könnten für die Rudolf-Sohm-Straße und ihre Anwohner eine echte Verbesserung darstellen. Schließlich sind Tempo-30-Zonen in vielen Wohngebieten in Deutschland bereits etabliert. Ihr Ziel ist klar: Verkehr beruhigen und die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöhen. So könnte man die Lücken zwischen bestehenden Tempo-30-Strecken bis zu 500 Meter schließen, was auch für die Rudolf-Sohm-Straße eine Überlegung wert wäre.

Der Gesetzgeber hat mit § 45 Abs. 9 StVO auch festgelegt, dass Tempo 30 in der Nähe sensibler Einrichtungen ohne besonderen Nachweis einer Gefahrenlage angeordnet werden kann. Ein klarer Vorteil für die Rudolf-Sohm-Straße, die in der Nähe von Wohngebieten und Spielplätzen liegt. Wer möchte nicht, dass seine Kinder sicher zur Schule oder zum Spielplatz gelangen? Die Kennzeichnung einer Tempo-30-Zone erfolgt durch spezifische Verkehrszeichen, die auch für die Anwohner deutlich sichtbar sein sollten. Schließlich sollen alle Verkehrsteilnehmer – ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Auto – sicher unterwegs sein können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Insgesamt zeigt sich, dass in Köln-Niehl Handlungsbedarf besteht. Die Anwohner sind bereit, aktiv an der Verbesserung ihrer Wohnumgebung zu arbeiten. Mit etwas Unterstützung von der Stadt könnte der Traum einer ruhigeren und kinderfreundlicheren Straße bald Wirklichkeit werden. Und das wäre doch ein Grund zum Feiern!