In Nippes, einem der lebhaftesten Veedel Kölns, brodelte die Vorfreude auf den Blauen Abend. Am 6. September 2025 sollte es bereits zur 13. Auflage des beliebten Fests kommen. Tausende von Menschen strömten in die Straßen, um die bunten Girlanden, die 66 Teilnehmer liebevoll in ihren Läden aufgehängt hatten, zu bewundern. Verlängerte Öffnungszeiten bis 22 Uhr sorgten für eine ausgelassene Stimmung, während Mitmach- und Kreativaktionen, ein Kinderprogramm sowie Verkostungen und Musik die Atmosphäre auflockerten. Die zentralen Plätze – Baudri-, Schill- und Wilhelmplatz – waren ein Magnet für die Besucher, die sich bei Open-Air-Konzerten die Seele aus dem Leib tanzten.

Doch die Freude währte nur kurz. Eine Woche vor der Veranstaltung 2026 wurde die traurige Nachricht bekannt gegeben: Der Blaue Abend wurde abgesagt. Die Gründe? Überforderung durch Sicherheitsanforderungen, die aufgrund der riesigen Menschenmengen nicht mehr zu bewältigen waren. Die Polizei, die das Event in den letzten zwei Jahren begleitete, hatte auf die Notwendigkeit von Straßensperrungen hingewiesen, was mit hohen Kosten und einem enormen organisatorischen Aufwand einherging – ähnlich wie bei den Karnevalszügen. Zudem war die Haftungs- und versicherungstechnische Verantwortung ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem.

Ein Erfolg mit Bedauern

Dorothee Junck, Mitglied des Organisationsteams, bedauert das Aus und sieht in den bisherigen Auflagen durchaus Erfolge. Sie hegt die Hoffnung auf eine Rückkehr des Blauen Abends – allerdings in anderer Form. Dafür sei es notwendig, breitere Unterstützung im Viertel zu gewinnen und ein Bündnis zu schmieden. Henning Meier, der Nippeser Vize-Bezirksbürgermeister (SPD), sieht ebenfalls Chancen für eine Wiederbelebung des Festes. Doch es bleibt dabei: Die Zusammenarbeit mehrerer Akteure im Veedel ist unverzichtbar für eine erfolgreiche Organisation. Das zentrale Problem bleibt die Haftung im Falle von Vorfällen, die bei einem Event dieser Größenordnung nicht ausgeschlossen werden können.

Das Thema Sicherheit ist in der Veranstaltungsorganisation nicht neu. Die AGBF Bund und der DFV haben jüngst eine aktualisierte Fachempfehlung zu Sicherheitskonzepten veröffentlicht, die als Hilfestellung für Feuerwehren und beteiligte Stellen dient. Die Empfehlungen sind nicht nur für Versammlungsstätten, sondern auch für Veranstaltungen außerhalb baulicher Anlagen gedacht. Eine solide Grundlage zur Prüfung von Sicherheitskonzepten ist unerlässlich, um solche Herausforderungen wie beim Blauen Abend in Nippes zu meistern.