Neues Leben an der Feldgärtenstraße: Alt-Niehl im Wandel
In Alt-Niehl tut sich was! Ein neues Wohnquartier an der Feldgärtenstraße steht in den Startlöchern, und die Pläne sind alles andere als uninteressant. Das Verkehrsplanungs-Büro Bernard hat sich die Sache genau angeschaut und versichert, dass nach der Fertigstellung kein Verkehrschaos zu erwarten ist. Puh! Das ist schon mal eine Erleichterung für alle, die sich über die enge Straßen- und Parksituation im Viertel Gedanken machen. Laut Gutachten rechnen die Experten mit etwa 900 zusätzlichen Fahrten pro Tag, wobei zwischen 18 und 19 Uhr die Spitzenwerte mit 75 Fahrten zu erwarten sind. Das klingt nach viel, aber die umliegenden Straßen sollen das problemlos verkraften können. Dennoch: Skepsis bleibt, besonders wenn man an die Wochenenden mit Freizeitverkehr denkt. Und ja, die Spiele des Fußballclubs CfB Ford Niehl sind ein echtes Thema. Der sportliche Nervenkitzel könnte zusätzlich für Gedränge sorgen.
Um die Anwohner zu informieren, lud der SPD-Ortsverein Longerich/Niehl zu einem Infoabend ins „Linkewitz“ ein. Rund 45 Gäste kamen, um mehr über das Vorhaben zu erfahren. Projektleiterin Maike Limbrock und ihre Kolleginnen Elisabeth Kaufmann und Beate Connert gaben spannende Einblicke in die geplanten 290 bis 320 Wohneinheiten, die sich auf drei bis fünf Etagen verteilen sollen, mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 27.500 m². Das Baugebiet wird sich dabei zwischen dem Reihenhaus-Viertel Im Grund, dem Niehler Friedhof, einem Flüchtlingsheim und der Fußballanlage erstrecken. Motorisierter Verkehr wird ausschließlich über die Feldgärtenstraße zugeführt, während Rad- und Fußwege parallel zur Industriestraße verlaufen.
Grünflächen und Tiefgaragenplätze
Ein positiver Aspekt ist die geplante Erhaltung einer rund 6000 m² großen Grünfläche im Westen des Projektgebiets. Das klingt nach einem schönen Ort zum Entspannen! Was die Parkmöglichkeiten angeht, sind 140 Tiefgaragenplätze und einige Gaststellplätze vorgesehen. Das könnte ein kleiner Lichtblick für die Parkplatzsuchenden in der Umgebung sein. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Baustellenfahrten – kritische Stellen wie die Schleppkurven der Lkw werden genauestens unter die Lupe genommen. Außerdem wird geprüft, ob der Fuß- und Radweg an der Industriestraße als Baustraße geöffnet werden kann, um die Belastung auf den Anwohnerverkehr zu minimieren.
Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Mobilität. In neuen Wohnquartieren ist es entscheidend, innovative Mobilitätskonzepte zu integrieren. Das Ziel ist ein Modal Split von 20% motorisiertem Individualverkehr und 80% Umweltverbund, also Fuß-, Rad- und öffentlicher Nahverkehr. Dabei können lokale Gegebenheiten die Erreichung dieser Zielwerte erschweren. Stellplätze machen einen großen Teil der Baukosten aus – bis zu 9% für Mietwohngebäude! Tiefgaragenplätze können sogar 35% der Gesamtkosten verschlingen. Hier könnte eine bedarfsgerechte Satzung helfen, um die Kosten zu senken und das Wohnen bezahlbarer zu machen.
Umweltfreundliche Mobilität
Ein weiteres spannendes Thema sind die Bausteine für Mobilitätskonzepte: Sharing-Angebote wie Car-, Bike- und Cargobikesharing, eine Förderung der Fahrradnutzung durch Abstellanlagen und Reparaturservices, sowie verbilligte ÖPNV-Mietertickets könnten das alltägliche Leben erleichtern. Die Herausforderung liegt darin, dass in ländlichen Gebieten oft eine starke Autoabhängigkeit herrscht. Erfolgreiche Beispiele aus anderen Städten zeigen jedoch, dass umweltfreundlichere Mobilitätsalternativen möglich sind. Autofreie Quartiere könnten nicht nur den Stellplatzbedarf reduzieren, sondern auch die Baukosten und den Flächenverbrauch verringern. Ein Gewinn für alle!
Eine aktuelle Studie analysiert die Bewohner von autofreien oder autoreduzierten Quartieren, um zu verstehen, welche Faktoren den Verzicht auf ein Auto beeinflussen. Ziel ist es, günstige Bedingungen für den Pkw-Verzicht zu identifizieren und negative Folgen wie verlagerten Verkehr zu vermeiden. Die Notwendigkeit, mehr Wohnraum zu schaffen und städtische Strukturen an den Klimawandel anzupassen, wird immer deutlicher. Innovative Mobilitätsangebote könnten nicht nur den Alltag der zukünftigen Bewohner erleichtern, sondern auch zur Schaffung einer nachhaltigeren Stadt beitragen.
Am 12. Oktober findet im Schützenhof die Präsentation des Siegerentwurfs für die Siedlung statt. Es bleibt spannend, wie sich die Pläne entwickeln und welche Mobilitätskonzepte schließlich umgesetzt werden. Die Vorfreude auf eine neue, lebendige Nachbarschaft in Alt-Niehl wächst – das könnte ein neues Kapitel für die Gegend werden!
