Im Herzen von Dünnwald tut sich was! Das ehemals in Vergessenheit geratene Görlinger-Heim erstrahlt bald in neuem Glanz. Franz Philippi, der Vorsitzende des Freien Ortskartells e. V. Dünnwald, kann seine Freude kaum zügeln. Gemeinsam mit der Bildungseinrichtung „Aktiv gegen Gewalt“ aus Dellbrück hat das Ortskartell einen spannenden Plan zur Teil-Sanierung und Wieder-Nutzung des Hauses am Peter-Baum-Weg entwickelt. Das Göttliche an der Sache? Es geht nicht nur um die Wände, sondern vor allem um die Menschen, die hier zukünftig zusammenkommen werden.

Ein Ort der Begegnung soll entstehen, nachdem das Görlinger-Heim zuvor von der Arbeiterwohlfahrt genutzt wurde und die Stadt Köln es zur Unterbringung von Asylbewerbenden einsetzte. Nach einer Phase der Vernachlässigung übernahm das Ortskartell 2020 das Haus im Erbbaurecht. Die Corona-Pandemie hat den Plan etwas ins Stocken geraten lassen, aber jetzt geht es voran! Anja Derksen, die Geschäftsführerin von „Aktiv gegen Gewalt“, hat vor eineinhalb Jahren mit der Idee auf das Ortskartell zugekommen, Teile des Hauses für ihre Zwecke zu nutzen.

Ein Raum für alle

Geplant ist die Sanierung eines rund 100 Quadratmeter großen Raums im Erdgeschoss, der in einen modernen Seminarraum verwandelt wird. Mit zeitgemäßer Technik und umweltfreundlicher Energieversorgung soll er aufwarten. Zunächst wird dieser Raum für fünf Jahre vom Ortskartell an „Aktiv gegen Gewalt“ vermietet. Die Initiatoren haben große Pläne: Ihr Seminarangebot zur Gewaltprävention und Förderung sozialer Kompetenz soll nicht nur stabilisiert, sondern auch erweitert werden. Auch örtliche Vereine und Gruppierungen sollen hier ein Zuhause finden, vor allem in den kühlen Monaten Herbst und Winter, wenn die Gemütlichkeit nach drinnen ruft.

Die Sanierung soll Anfang 2027 beginnen, die Nutzung des Raums ist für den Herbst 2027 geplant. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 100.000 Euro – eine Herausforderung, die 75 Prozent vom Ortskartell und 25 Prozent von „Aktiv gegen Gewalt“ getragen werden sollen. Philippi sieht das Vorhaben als einen bedeutenden Schritt, um Begegnungsmöglichkeiten für die Menschen vor Ort zu schaffen.

Ein Blick auf Bocklemünd

Doch das ist nicht der einzige Ort, an dem die Gemeinschaft im Fokus steht. Schaut man nach Bocklemünd, so zeigt sich ein ebenso vielschichtiges Bild. Hier wohnen jüngere Menschen in den Geschosswohnungsbereichen, während die Reihenhausgebiete tendenziell von älteren Bewohnern geprägt sind. Interessant ist, dass in den Reihenhausgebieten nur 5,3% der Personen Leistungen vom Jobcenter erhalten – ein städtischer Durchschnitt liegt bei 13,1%. Im Görlinger Zentrum hingegen gibt es eine hohe Zahl an Arbeitssuchenden und Leistungsbeziehenden. Besonders in „Neu-Bocklemünd Geschosswohnen Süd“ bekommt fast die Hälfte der Bewohner Unterstützung vom Jobcenter, und bei den unter 15-Jährigen sind es sogar fast zwei Drittel.

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Bocklemünd/Mengenich zeigt sich zudem gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Die Verlängerung der Linie 3 im Jahr 2009 und die vorhandenen Buslinien erleichtern den Bewohnern den Zugang zur Stadt. Ein Geschäftszentrum bietet ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, und die großzügigen Grünflächen zwischen den Ortsteilen laden zu gemeinsamen Spaziergängen ein.

Integration und sozialer Zusammenhalt

All diese Bemühungen sind Teil einer größeren Vision, die über die Stadtgrenzen hinausgeht. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen unterstützt mit Fördermitteln die Schaffung von Begegnungsräumen, die für alle Menschen zugänglich sind, unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Religion. Integration ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird durch gezielte Maßnahmen wie Investitionen in Begegnungszentren und den Ausbau sozialer Infrastruktur aktiv gefördert. Hier wird ein Raum geschaffen, der Menschen zusammenbringt, der einen Ort der Sicherheit und des Austauschs bietet – ein Schritt in die richtige Richtung für ein harmonisches Zusammenleben.

Die Entwicklung des Görlinger-Heims und die Bemühungen in Bocklemünd zeigen, wie wichtig es ist, Orte der Begegnung zu schaffen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Pläne im Laufe der Zeit entfalten und welche positiven Impulse sie für die Gemeinschaft bringen werden.