In Mülheim tut sich etwas – und das nicht nur im Herzen der Stadt, sondern auch kulturell. Die Pläne für das Depot-Gelände, das sich als Hotspot für darstellende Künste etabliert, nehmen allmählich Gestalt an. Doch ganz so unkompliziert, wie man es sich wünscht, ist die Sache nicht. Die Umgestaltungspläne für den Carlsgarten und die Fassade wurden erstmal auf Eis gelegt. Kritiker, insbesondere die Grünen, setzen sich vehement für den Erhalt des Carlsgartens ein. Der Garten soll als „kleines Biotop“ und wichtiger Lebensraum für Insekten bestehen bleiben. Ein Dringlichkeitssantrag zur Bewahrung dieser grünen Oase wurde am 27. April mehrheitlich beschlossen. Unklar bleibt, wie es mit den gestalterischen Anpassungen weitergeht, während die Stadt Köln sich zu konkreten Plänen bedeckt hält.
Frank Blase, der Geschäftsführer von Apiro Entertainment, ist jedoch optimistisch. Ab November wird im Depot 1 das Musical „Kick like a Woman“ aufgeführt. Er sieht das Depot als ein einzigartiges Experiment, das es in Deutschland so noch nicht gegeben hat. Insgesamt soll die erste Spielzeit als Pilotphase starten – und das ganz ohne Veränderungen am Depot. Blase ist kompromissbereit und führt Gespräche mit Kay Voges, dem Schauspiel-Intendanten, sowie anderen Verantwortlichen. Das Ziel ist klar: Ein breites Programm von Klassikern bis hin zu neuen Formaten soll angeboten werden.
Ein Ort des Austauschs
Das Depot in Köln-Mülheim wird zu einem Kooperationshaus für verschiedene darstellende Künste umgestaltet. Depot 1 wird ab Sommer an Apiro Entertainment vermietet, während Depot 2 weiterhin von der freien Szene und dem Schauspiel Köln genutzt wird. Die Vorbereitungen für den Übergang sind bereits in vollem Gange, mit einer neuen gemeinsamen Leitungsstruktur, die Geschäftsführung, künstlerische Leitung der freien Szene und die Intendanz des Schauspiels vereint. Anna Bründl wurde als Geschäftsführerin für Depot 2 gewonnen und wird im April 2026 ihre Arbeit aufnehmen.
Die Neuausrichtung des Depots basiert auf den Konzepten der „AG Depotopia“, die den Austausch zwischen freier Szene, Stadttheater und privaten Partnern fördern soll. Der Carlsgarten bleibt zwar als zentraler Aufenthaltsort bestehen, wird jedoch teilweise umgestaltet. Die Idee ist, dass das Depot ein lebendiger Ort wird, an dem sich Kreativität entfalten kann und die Zusammenarbeit im Vordergrund steht. Hier wird nicht nur Theater gespielt, sondern auch das Miteinander aller Beteiligten gefördert.
Förderung der Kultur
In dieser aufregenden Zeit der Umgestaltung spielt die Kunst- und Kulturförderung des Bundes eine entscheidende Rolle. Sie konzentriert sich auf Einrichtungen und Projekte von nationaler Bedeutung, um das kulturelle Erbe zu bewahren und die Künste in ihrer Vielfalt zu stärken. Die Kulturverwaltung des Bundes fungiert als Schnittstelle zwischen verschiedenen Ebenen und unterstützt Institutionen in den Bereichen Bildende und Darstellende Künste, Musik, Literatur und mehr. Auch die nachhaltige Entwicklung von Kulturprojekten wird gefördert, was für das Depot-Gelände von großer Bedeutung sein könnte.
Wie sich die Dinge weiterentwickeln werden? Das bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Das Depot in Mülheim hat das Potenzial, ein pulsierender Ort für Kunst und Kultur zu werden – und das nicht nur für die Kölner, sondern für alle, die auf der Suche nach neuen, aufregenden Erlebnissen sind.