In Dünnwald, einem Stadtteil von Köln, ist die Suche nach einem geeigneten Fußballverein für Kinder zur echten Herausforderung geworden. Eine Mutter, die verzweifelt einen Platz für ihren zehnjährigen Sohn sucht, hat sich sogar an Oberbürgermeister Torsten Burmester gewandt. Ihr Anliegen: Warum gibt es keinen Platz für ihr Kind im Verein? Die Antwort ist so einfach wie frustrierend: Viele Fußballvereine in Köln sind überfüllt, und die Wartelisten scheinen endlos zu sein. Es ist kein Einzelfall, das zeigt auch der Anstieg der aktiven Juniorinnen und Junioren im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) von 10.900 im Jahr 2022 auf 17.600 im Jahr 2026 – ein beeindruckendes Plus von 62 Prozent.

Die Nachfrage nach Fußballangeboten ist in den letzten Jahren explodiert, nicht zuletzt wegen der geburtenstarken Jahrgänge von 2015 bis 2019. Doch während die Familienfreundlichkeit in Köln durch neue Wohngebiete gefördert wird, bleiben die bereitgestellten Sport- und Bewegungsflächen auf der Strecke. Die Mutter aus Dünnwald kritisiert, dass die Stadt zwar für mehr Wohnraum sorgt, die notwendige Infrastruktur für sportliche Betätigung jedoch nicht mitwächst.

Ein Appell für mehr Sportplätze

In Dünnwald gibt es zahlreiche Grundschulen und viele Kinder, die sich nach Bewegungsmöglichkeiten sehnen. Doch die Realität sieht anders aus: Ein beliebter Ritter-Spielplatz musste abgerissen werden, und der Ersatz ist frühestens im Jahr 2030 geplant. Die Mutter hat eine Petition zur Sanierung der Sportanlage des TuS Höhenhaus ins Leben gerufen und fragt konkret nach den Maßnahmen der Stadt, um Sport- und Bewegungsflächen für Kinder bereitzustellen.

Der FVM hat bereits Kontakt zur Familie aufgenommen, um bei der Vereinssuche zu helfen. FVM-Präsident Dr. Christos Katzidis fordert mehr Investitionen in die Sportinfrastruktur, denn es mangelt an passenden Sportplätzen und ehrenamtlichen Trainern. Die Stadt Köln betont die Bedeutung von Sportvereinen als soziale Begegnungsstätten und plant, bei der Errichtung neuer Schulen auch multifunktionale Sportanlagen in die Überlegungen einzubeziehen.

Sport als Teil des Lebens

Sport ist weit mehr als nur ein Zeitvertreib; er ist ein wichtiger Teil des Alltags und fördert sowohl die Gesundheit als auch die körperliche und geistige Fitness. Die positiven Auswirkungen von Sport auf die gesellschaftliche Entwicklung sind unbestreitbar. Menschen treffen sich in Vereinen, Fitness-Zentren oder genießen die Natur, sei es am Rhein oder im Kölner Grüngürtel. Sport ist nicht nur eine Freizeitgestaltung, sondern auch eine Möglichkeit, gegenseitiges Verständnis zu fördern.

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Die Stadt Köln hat sich das Ziel gesetzt, die Themen Sport und Bewegung weiterzuentwickeln und allen Bürgerinnen Zugang zu vielfältigen Bewegungsangeboten zu ermöglichen. Dabei werden sowohl traditionelle Sportarten als auch neue Trendsportarten gefördert. Über 50 Mitarbeiterinnen der Sportverwaltung sowie fast 90 Mitarbeiterinnen des Sportstätten-Pflegepersonals kümmern sich um die städtischen Sportanlagen. In jedem Stadtbezirk gibt es zudem Sachbearbeiterinnen, die sich um die Anliegen der Kölner Sportvereine kümmern.

Doch der Sanierungsbedarf ist groß. Laut dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beläuft sich dieser auf rund 31 Milliarden Euro bundesweit. Köln bewirbt sich um Fördermittel zur Sanierung kommunaler Sportstätten, insbesondere im Hinblick auf die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044. Die Prioritätenliste für notwendige Sanierungen und Baumaßnahmen im Vereinssport ist bereits in Arbeit, doch die Zeit drängt.