In einem besonderen Fotoshooting haben sich Schornsteinfeger mit schwarzen Tieren aus dem Tierheim Köln-Dellbrück zusammengefunden, um ein Zeichen zu setzen. Ziel dieser charmanten Aktion ist es, die Vermittlungschancen dieser oft übersehenen Tiere zu erhöhen und den alten Aberglauben abzubauen, dass schwarze Tiere Unglück bringen. Der Kalender, der für das Jahr 2027 geplant ist, wird die tierischen Stars in verschiedenen Posen präsentieren und zeigt, dass schwarze Tiere ebenso liebenswert sind wie ihre bunten Artgenossen. Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling bringt es auf den Punkt: „Schwarze Tiere bringen Glück!“
Bereits seit sieben Jahren findet die Charity-Aktion „Schwarz bringt Glück“ statt. Dabei wurden nicht nur Hunde und Katzen fotografiert, sondern auch Kaninchen, ein Hahn und eine Krähe. Insgesamt wurden sechs Monatstitel im Tierheim Dellbrück und sechs im Tierheim Berlin aufgenommen. Diese kreative Initiative möchte nicht nur die Herzen der Menschen erobern, sondern auch aktiv gegen die Vorurteile ankämpfen, die schwarzen Tieren oft anhaften. Denn in vielen Tierheimen, wie etwa dem Hamburger Tierheim Süderstraße, haben schwarze Katzen und Hunde schlechtere Vermittlungschancen als ihre andersfarbigen Artgenossen.
Die Schattenseite des Aberglaubens
Die Gründe dafür sind tief in der Geschichte verwurzelt. Seit Jahrhunderten gelten schwarze Katzen in Deutschland als Unglücksbringer, ein Aberglaube, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Damals wurden diese Tiere oft mit dem Heidnischen und dem Bösen assoziiert. Der Glaube, dass dunkle Tiere aggressiver seien, hat sich bis heute gehalten und beeinflusst die Wahrnehmung in den Tierheimen. Komischerweise glauben 47% der Tierheime, dass Aberglaube und Vorurteile die Hauptursachen für die schlechteren Vermittlungschancen sind. Tatsächlich berichten 48% der Tierheime, dass schwarze Katzen schwerer ein neues Zuhause finden.
Ein weiterer Aspekt ist, dass dunkles Fell in der Natur eine perfekte Tarnung bietet. Das führt dazu, dass sie in Tierheimen oft weniger wahrgenommen werden. Irgendwie paradox, oder? Während die Menschen sich von den Vorurteilen leiten lassen, bleibt der wahre Charakter dieser Tiere oft im Schatten. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich daher entschlossen, Aktionen wie „Schwarz bringt Glück“ durchzuführen, um das Bild von schwarzen Tieren zu verbessern und ihre Adoption zu fördern.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ ruft seit 2020 dazu auf, schwarze Katzen zu adoptieren, und das nicht ohne Grund. Es braucht oft nur einen kleinen Schubs, um die Herzen der Menschen zu gewinnen. Der Tag der schwarzen Katze am 17. August ist ebenfalls eine Gelegenheit, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. In Japan glauben Frauen, dass schwarze Katzen Männer anziehen – vielleicht sollten wir mehr über die positiven Seiten dieser Tiere sprechen!
Am Ende bleibt zu hoffen, dass solche Aktionen wie das Fotoshooting mit den Schornsteinfegern nicht nur die Vermittlungschancen der schwarzen Tiere erhöhen, sondern auch den Aberglauben in den Hintergrund drängen. Max O’Rell sagte einmal: „Ob eine schwarze Katze Glück oder Unglück bringt, hängt davon ab, ob man eine Maus oder ein Mensch ist.“ Ein wahrhaft weiser Spruch, der zum Nachdenken anregt. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir unsere Sicht auf diese wunderbaren Geschöpfe überdenken und ihnen die Chance geben, ein liebevolles Zuhause zu finden.