Heute ist der 10.06.2026 und in Sülz steht die Stadt mal wieder auf der Kippe, wenn man über die künftigen Pläne des 1. FC Köln spricht. Der zweite Anlauf vor dem Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) zur Erweiterung des Geißbockheims um drei Fußballplätze und ein Leistungszentrum wird am Donnerstag verhandelt. Das OVG hatte bereits am 24. November 2022 den Bebauungsplan für unwirksam erklärt, was die Verantwortlichen beim FC in ein ziemliches Dilemma stürzte. Ein Urteil wird nun mit Spannung erwartet – die Bürgerinitiative „Grüngürtel für alle“ hat das Ganze ordentlich angeheizt, denn sie klagt gegen die Pläne des Klubs.
Es ist schon eine ganz schöne Odyssee: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte vor zwei Jahren das Verfahren zurück nach Münster geschickt, mit dem Hinweis auf „rechtlich nicht tragfähige Erwägungen“. FC-Geschäftsführer Philipp Türoff hatte immer wieder betont, dass eine Lösung dringend benötigt wird, denn ohne ein Leistungszentrum, das zwischen 50 und 60 Millionen Euro kosten würde, hat der Club nicht die besten Karten in der Hand. Aktuell ist die Gleueler Wiese, die sich im Landschaftsschutzgebiet befindet, die favorisierte Fläche für die neuen Plätze, aber dafür braucht der FC einen Pachtvertrag, über den der Rat entscheiden muss. Und hier wird’s tricky!
Politische Hürden und Bürgerproteste
Einige Stimmen im Rat, wie Ulrich Breite von der FDP-Fraktion, zweifeln an einer ernsthaften Mehrheit für den Pachtvertrag. Die Gleueler Wiese soll laut Ratsbeschluss von 2024 als Grünfläche geschützt werden – und die Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin stellt klar, dass die politischen Beschlüsse zum Schutz der Wiese gültig sind. Es ist also ein politisches Schachspiel, das sich hier abspielt. Immerhin hat der 1. FC Köln seit 1953 Flächen am Geißbockheim von der Stadt gepachtet, und die Planung eines Leistungszentrums neben dem Franz-Kremer-Stadion zieht sich schon seit 2014 hin.
Der Bebauungsplan wurde 2020 vom Rat beschlossen, und dennoch hat sich für den FC nichts zum Positiven gewendet. Der Kompromiss aus 2024 sah vor, dass der FC ein Leistungszentrum bekommt, aber dafür andere Fußballplätze außerhalb der Gleueler Wiese. Bisher blieb das alles jedoch ein unerfüllter Wunschtraum. Friedmund Skorzenski von der Bürgerinitiative hat bereits rechtliche Schritte angekündigt, falls das OVG den Bebauungsplan für wirksam erklärt. Die Fronten sind verhärtet, und das Gefühl ist, dass der FC in einem politischen Zwangsprozess steckt.
Ein Verein zwischen Tradition und Modernisierung
Der 1. FC Köln ist ein Traditionsverein, der tief in der Kölner Seele verwurzelt ist. Doch das ist nicht genug, um im modernen Fußball bestehen zu können. Die Stadt Köln hat sich seit der Kommunalwahl 2020 in einer heiklen Situation gefunden: Die Grünen sind die stärkste Kraft, und ein Stillhalteabkommen mit CDU und Volt zur Gleueler Wiese ist nicht gerade hilfreich für die Pläne des FC. Während die Bürgerinitiative die Gleueler Wiese als Schutzzone verteidigt, steht der FC vor der Herausforderung, sich in diesem Spannungsfeld zu behaupten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und welches Urteil das OVG fällen wird. Der Druck auf die Verantwortlichen wächst, denn im modernen Fußball zählt nicht nur die Tradition, sondern auch die Infrastruktur. Der 1. FC Köln hat viel auf dem Spiel und muss sich jetzt entscheiden, wie es weitergeht – ohne ein Leistungszentrum wird die Zukunft des Vereins auf der Kippe stehen.