In Köln-Lindenthal, genauer gesagt in der Zusestraße, gibt es derzeit großen Gesprächsbedarf. Auf dieser Straße, die neben einem Gymnasium zu finden ist, fahren nicht nur die alltäglichen Autos, sondern auch große 40-Tonner. Diese Lastwagen rasen durch die Gegend, vorbei an einer Mittelinsel, die eigentlich als Querungshilfe für Kinder gedacht ist. Doch wie sicher ist diese Lösung wirklich? Luisa Maronna, Mutter zweier Schulkindern, hat Bedenken. Immerhin warten hier viele Schüler darauf, die Straße zu überqueren.
Um das Thema nicht nur zu bejammern, hat Maronna zusammen mit anderen Eltern die „AG Verkehrssicherheit“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel? Die Sicherheit für die Kinder zu verbessern! Unterstützung bekommt sie von der Bezirksvertretung Lindenthal, die beschlossen hat, die Mittelinsel durch einen Zebrastreifen zu ersetzen. Das könnte den Schülern das Überqueren der Straße erheblich erleichtern. Zudem wird über die Installation einer Ampelanlage nachgedacht.
Verkehrsverbesserungen stehen an
Die Pläne beinhalten nicht nur einen neuen Zebrastreifen. Auch die Verkehrswege für Radfahrende sollen in beide Richtungen verbessert werden. Das klingt doch vielversprechend! Deutlichere Schilder, die auf die Schule hinweisen, sind ebenfalls in Planung. Und hey – die Einhaltung der Tempo-30-Zone soll jetzt auch überwacht werden. Dabei ist es nicht nur der Überweg, der von den Schülern genutzt wird. Viele kommen auch aus dem Egelspfad oder Widdersdorf und müssen sicher zu ihrer Schule gelangen.
Doch nicht alles läuft reibungslos. Bezirksvertreter Michael Olligschläger von der CDU hat die zu kleine Aufstellfläche auf der Mittelinsel kritisiert. Schulleiterin Suntka Altrock berichtet von rasendem Verkehr, trotz der Tempo-30-Zone. Sie wünscht sich einfach mehr Sichtbarkeit durch bessere Beschilderung. Bürgermeisterin Teresa de Bellis (CDU) zeigt sich verständnisvoll und möchte die Verkehrssicherheit unterstützen. Die Verwaltung hingegen sieht keinen Raum für einen Zebrastreifen, da die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt sind. Stattdessen plant sie, die Querungsstelle verkehrstechnisch zu verbessern, mehr Schilder aufzustellen und die Mittelinsel zu beleuchten. Ein Radschutzstreifen ist aufgrund der schmalen Fahrbahn nicht möglich. Komisch, oder?
Neue Regelungen durch die VwV-StVO
Interessant wird es, wenn man einen Blick auf die neuen Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) wirft, die am 10. April 2025 in Kraft treten. Diese Vorschriften regeln die praktische Umsetzung der Reform des Straßenverkehrsrechts. Sie betreffen unter anderem auch die Fußgängerüberwege und die Tempo-30-Zonen an Hauptverkehrsstraßen. Die gute Nachricht? Die Regelung für Fußgängerüberwege wird etwas gelockert. Es sind weniger verkehrliche Voraussetzungen nötig, um einen Überweg einzurichten. Außerdem müssen diese über Wege behindertengerecht gestaltet und gut beleuchtet sein. Das könnte auch für die Zusestraße von Bedeutung sein.
Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – besonders der nichtmotorisierten – steht nun noch mehr im Fokus. Das bedeutet, dass auch die Schulwege in den Blick genommen werden. Neue Regelungen für Tempo 30 an stark frequentierten Schulwegen könnten hier möglicherweise helfen. Ein Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung wird gefordert, um die Sicherheit für Kinder zu erhöhen und eine kindgerechte Mobilitätsplanung zu ermöglichen.
Schulstraßen als Lösung?
Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Schulstraßen, die nicht nur die Verkehrssicherheit erhöhen, sondern auch zur Mobilitätswende beitragen sollen. Ein neues Rechtsgutachten und ein aktualisierter Leitfaden bieten Kommunen rechtssichere Handlungsspielräume zur Umsetzung von Schulstraßen. In Städten wie Köln, Berlin und Leipzig gibt es bereits erfolgreiche Beispiele. Steffen Brückner, vom Aktionsbündnis Kidical Mass, betont die Bedeutung dieser Schulstraßen für die Verkehrsberuhigung und die Schaffung lebenswerter Orte.
Die Forderungen des Aktionsbündnisses zielen darauf ab, dass Stadtplanung die Schulmobilität berücksichtigt und Tempo 30 auf allen Schulwegen – sogar auf Landes- und Hauptstraßen – verbindlich wird. Die aktuelle Diskussion in Köln zeigt, dass der Weg zu sichereren Schulwegen zwar steinig ist, aber mit der richtigen Planung und dem Engagement der Gemeinschaft durchaus möglich ist. Schließlich geht es um die Sicherheit unserer Kinder – und die sollte uns allen am Herzen liegen!