Kölsch-Kampf im Stadion: Reissdorf vs. Gaffel und die Zukunft des FC Köln
Der 1. FC Köln steht momentan nicht nur im Mittelpunkt des sportlichen Geschehens, sondern auch in einem ganz besonderen Kölsch-Kampf. Dabei geht es um die beiden Traditionsmarken Reissdorf und Gaffel, die um die Gunst der Fans und die Ausschankrechte im Rhein-Energie-Stadion kämpfen. Auf der einen Seite haben wir Gaffel, das seit 2002 Partner des FC ist und seinen Vertrag sogar bis 2030 verlängert hat. Auf der anderen Seite steht Reissdorf, das schon lange die Premiumpartnerschaft mit den FC-Frauen pflegt und plant, diese Kooperation weiter auszubauen.
Die Frage, die die Gemüter erhitzt, kam beim Livepodcast „Dreierkette“ auf: Ab wann wird Reissdorf-Kölsch im Stadion ausgeschenkt? Christian von Rieff, der geschäftsführende Gesellschafter von Reissdorf, bezeichnete diese Frage als „Politikum“ und verwies auf die Entscheidung des FC. Aktuell ist Reissdorf sowohl im Geißbockheim als auch im Franz-Kremer-Stadion vertreten und plant, sich stärker in die Förderung der FC-Damenmannschaft einzubringen. Ein neuer Vertrag für die nächsten zwei Jahre soll mehr Engagement bringen – und damit auch die Unterstützung des Frauensports in der gesamten Stadt Köln.
Ein Blick auf die Fan-Kultur
Und während die Verantwortlichen im Hintergrund verhandeln, sorgen die FC-Fans, insbesondere Michael Wurzer und Thomas Lambertz, für gute Laune. Diese beiden Kölsch sind nicht nur leidenschaftliche Anhänger des Vereins, sondern auch kreative Köpfe hinter einer Fan-Pressekonferenz-Show, die sie vor jedem Heimspiel auf Facebook und YouTube veranstalten. Mit ihren witzigen Motto-Shirts und einem Spruch, der in die Geschichte eingegangen ist – „Respekt kann man am Transfermarkt nicht kaufen“ – bringen sie die Fan-Gemeinschaft zum Schmunzeln.
Die Premiere ihrer Show fand im Dezember 2014 nach einer schmerzlichen 1-5 Niederlage gegen Bayer Leverkusen statt. Damals war es eine direkte Antwort auf eine abwertende Äußerung des Leverkusener Trainers Roger Schmidt. Michael und Thomas sind also nicht nur Fans, sondern auch Botschafter der FC-Kultur. Und wo könnte man die beiden besser feiern als im Gaffel am Dom, wo ein Porträt von ihnen hängt? Dort wurde sogar ein Messingschild an ihrem Stammplatz montiert – ein Zeichen ihrer Hingabe und Verbundenheit mit dem Verein.
Marketing im Frauenfußball
Die Entwicklungen rund um Reissdorf und Gaffel werfen auch ein Licht auf die Marketingstrategien im Frauenfußball. Es wird immer deutlicher, dass die Auswahl der richtigen Zielgruppe entscheidend für den Erfolg von Sponsoring-Kampagnen ist. Marken müssen ihre Kernwerte und Identität klar definieren, um sich von der Masse abzuheben. Die Analyse demografischer Daten und das Verständnis der psychografischen Merkmale der Fan-Zielgruppe sind unerlässlich, um maßgeschneiderte Botschaften zu entwickeln.
Das Engagement, das Reissdorf für die FC-Frauen zeigt, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es geht nicht nur darum, Bier auszuschenken, sondern auch darum, die Frauenmannschaft aktiv zu unterstützen und deren Entwicklung voranzutreiben. So wird der Frauenfußball nicht nur im Stadion, sondern auch in den Herzen der Fans einen festen Platz einnehmen.
