Das erste Migrationsmuseum in Deutschland, das Museum Selma, steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die seinen Start in Köln erschweren. Das Museum wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Lebensrealität von Menschen mit internationaler Familiengeschichte lebendig darzustellen. Sowohl die Stadt Köln, das Land Nordrhein-Westfalen als auch der Bund erkennen die Bedeutung dieses Projektes an, jedoch sind die finanziellen Aspekte nicht zu vernachlässigen. Der ursprüngliche Plan, das Museum Selma eigenständig zu betreiben, musste aufgegeben werden, und auch der zweite Plan, die Teilung eines Hauses mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum und dem Schnütgen-Museum, ist gescheitert. Die Bezirksregierung hat nach einer kurzen Prüfung abgelehnt, dass eine Teilung der Räumlichkeiten möglich ist.

Aktuell wird an einem Plan C gearbeitet, dessen Details jedoch noch unklar sind. Oberbürgermeister Burmester hat sich entschieden, das Museum Selma zur Chefsache zu machen und will sich intensiv für dessen Fortbestand einsetzen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, den Bund von einer Verlängerung der Fördermittel zu überzeugen, da eine handfeste Unterstützung für das Museum dringend benötigt wird.

Neue Wege in Kalk

Während sich die Planungen für das Museum Selma weiterentwickeln, scheint der Stadtteil Kalk als neuer Standort in den Fokus zu rücken. Was genau dort geplant ist, bleibt jedoch noch im Dunkeln. Die Stadt Köln steht vor der Aufgabe, kreative Lösungen zu finden, um die Vision eines Migrationsmuseums, das kulturelle Vielfalt und Migration thematisiert, in die Realität umzusetzen.

Parallel zu diesen Entwicklungen wird auch ein Leitfaden für Museen zur Förderung von Öffnung und Diversität erarbeitet. Dieser Leitfaden, der für 2026 veröffentlicht werden soll, bietet praktische Hilfestellungen für Museen, um sich verstärkt mit Themen wie Diversität und dem Umgang mit Rassismus auseinanderzusetzen. Die Qualitätssicherung des Leitfadens wird in mehreren Schritten erfolgen, beginnend mit der Auswertung von Rückmeldungen von ausgewählten Expert:innen bis hin zur endgültigen Sichtung durch ein breites Netzwerk von Fachleuten.

Die Neufassung des Leitfadens berücksichtigt die Megatrends Diversität und Migration in Museen und setzt neue Schwerpunkte in der Organisation und der Zusammenarbeit mit migrantischen Communities. In Anbetracht dessen, dass das Museum Selma ein Teil dieser Bemühungen sein könnte, wird deutlich, wie wichtig es ist, auch in Köln ein Zeichen für kulturelle Vielfalt zu setzen.

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