In der pulsierenden Stadt Köln, wo der Dom die Skyline dominiert und die Lebensfreude sprudelt, gibt es auch Schattenseiten, die oft übersehen werden. Rund 85.000 Menschen – das sind etwa 9,8% der über 18-Jährigen – leben hier in einer finanziellen Misere, die sie in die Überschuldung drängt. Das ist mehr als der Bundesdurchschnitt von 8,4%. Die Gründe für diese misliche Lage sind vielfältig: Plötzliche Arbeitslosigkeit, Langzeiterkrankungen oder der Übergang in den Ruhestand können zu einem schleichenden finanziellen Abgrund führen. Und dann sind da noch die verlockenden Internetangebote, die gerade bei jungen Menschen häufig zu Schwierigkeiten führen – „Kauf jetzt, bezahl später“ klingt einfach zu verlockend, oder?

Franziska Matschke, die Geschäftsführerin der Schuldnerhilfe Köln, hat alle Hände voll zu tun. Mit einer hohen Nachfrage nach Schuldnerberatung konfrontiert, muss sie trotzdem Einsparungen im städtischen Haushalt hinnehmen. Ab 2025 wird die Unterstützung der Stadt um einen sechsstelligen Betrag gekürzt. Das sorgt für einen Engpass, denn das Team der Schuldnerhilfe, das derzeit aus 13 fest angestellten Mitarbeitern besteht, war früher mehr als doppelt so groß. Die Wartezeiten auf einen Ersttermin können bereits bis zu sechs Wochen betragen – und das ist für viele Klienten, die oft auch mit Depressionen, Wohnungslosigkeit oder familiären Problemen kämpfen, eine herausfordernde Zeit.

Erfolgreiche Unterstützung in schwierigen Zeiten

Die Schuldnerhilfe Köln hat im vergangenen Jahr etwa 1650 Menschen betreut, darunter wurden rund 3700 Erstberatungen durchgeführt. Neben persönlichen Gesprächen werden auch telefonische und Online-Beratung angeboten. Besonders bemerkenswert ist, dass 80% der Klienten eine persönliche Beratung benötigen, um die komplexen Situationen zu bewältigen. Hier kommt die Schuldner- und Insolvenzberatung des SKM Köln ins Spiel. Ihr Angebot richtet sich ebenfalls an Menschen mit Überschuldung und berücksichtigt neben wirtschaftlichen auch soziale Aspekte. Die Beratung ist maßgeschneidert und soll den Ratsuchenden helfen, ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen.

Die Schuldnerhilfe bietet auch Veranstaltungen zu finanzieller Bildung an Schulen an – etwa 10 bis 15 pro Jahr. Das ist ein wichtiger Schritt, um bereits bei den Jüngeren ein Bewusstsein für den Umgang mit Geld zu schaffen. Es ist eine Art der Prävention, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, um zukünftigen Schulden zu vermeiden. Doch trotz aller Bemühungen gibt es immer wieder Stimmen, die mehr Unterstützung fordern. Norbert Küsgen von der Stiftung Hilfe für Schuldner spricht sich für eine Erhöhung der Zuwendungen aus, anstatt weitere Einsparungen vorzunehmen. Dies ist besonders wichtig für die Stiftung, die 2018 gegründet wurde, um die Schuldnerberatung zu fördern, aber Schwierigkeiten bei der Spendensammlung hat.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Situation ist angespannt und gibt zu denken. Es braucht mehr als nur kurzfristige Lösungen, um den Menschen in Köln zu helfen, ihre Schulden zu regulieren und wieder auf die Beine zu kommen. Heinrich Plaßmann von der Stiftung sucht dringend nach neuen Mitgliedern für das Kuratorium, um die Arbeit voranzutreiben und wichtige Impulse zu setzen. Die Herausforderungen sind groß, aber so ist das Leben – manchmal muss man einfach durchhalten und die Hoffnung nicht aufgeben. Denn letztlich geht es darum, Menschen zu unterstützen, die sich in einem finanziellen Labyrinth befinden, und ihnen zu helfen, den Weg zurück ins Licht zu finden.

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