In Köln tut sich was – und zwar richtig! Der Stadtrat hat am Dienstagabend mit einer deutlichen Mehrheit den Bau eines neuen Suchthilfezentrums für Schwerstabhängige beschlossen. Ja, richtig gehört! Dieses erste seiner Art in der Domstadt wird zwischen Perlengraben und der Wilhelm-Hoßdorf-Straße errichtet. Ein Ort, der nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte Stadt wichtig ist.

Oberbürgermeister Torsten Burmester von der SPD hat das Thema zur Chefsache erklärt und gleich eine Taskforce ins Leben gerufen. Das klingt nach einem großen Plan! Die Kosten für den Bau belaufen sich auf etwa 8,72 Millionen Euro, und die laufenden Kosten für Personal und Betrieb werden auf rund zehn Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Die Eröffnung ist für August 2027 geplant – ein wenig Geduld ist also gefragt. Und das Zentrum wird nicht einfach ein weiteres Gebäude. Geplant sind ein Drogenkonsumraum, Ruhe- und Aufenthaltsräume sowie Waschräume. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht.

Der Standort und die Herausforderungen

Eine interessante Tatsache: Das neue Suchthilfezentrum liegt nur 1,2 Kilometer vom Drogenhotspot Neumarkt entfernt. Die Stadt Köln hat sich entschlossen, den Kleinhandel mit Drogen auf dem Gelände zu tolerieren, während die Polizei ein hartes Vorgehen gegen Dealer außerhalb der Einrichtung plant. Aber auch Sicherheit und Ordnung für die Anwohner sind ein großes Thema. Es gibt bereits Kritik an der aktuellen Planung, insbesondere an der Reduzierung von drei auf zwei Stockwerke. Die Bedenken, dass der Platz nicht ausreicht, um das Modell erfolgreich umzusetzen, sind nicht von der Hand zu weisen.

Ein Änderungsantrag sorgt zudem dafür, dass die Stadt Köln aktiv in den Betrieb des Zentrums eingebunden wird. Bis zur nächsten Ratssitzung am 2. Juli muss ein Rahmenkonzept, inklusive Sicherheitskonzept, ausgearbeitet werden. Es ist also viel in Bewegung. Politische Stimmen zeigen sich optimistisch und betonen die Bedeutung von breit aufgestellten Hilfen sowie der Niedrigschwelligkeit. Ein neuer Drogenkonsumraum in Kalk wird übrigens ab dem 26. Mai für 13 Stunden pro Tag geöffnet sein – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Drogenpolitik im Wandel

Die Drogenpolitik in Deutschland hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Während in den 1970ern der Versuch unternommen wurde, den Drogenkonsum durch Strafandrohungen zu kontrollieren, entwickelte sich in den 1980ern eine akzeptierende Drogenarbeit. Ziel war es, das Überleben der Abhängigen zu sichern und die Sucht zu vermeiden. Heute stehen Gesundheitsrisiken und Aufklärung über Alternativen im Vordergrund. Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe fordert mehr Suchtprävention und Drogenkonsumräume mit medizinischer Aufsicht. Und das ist wichtig, denn die Zahl der Kokain-Konsumierenden in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Rund 1,6 % der Erwachsenen konsumieren mindestens einmal Kokain – eine alarmierende Entwicklung!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die kurzfristigen Wirkungen des Konsums sind zwar ansprechend, aber der Preis, den die Konsumierenden zahlen, ist hoch. Nach dem Rausch kommen Niedergeschlagenheit und Erschöpfung, und langfristig drohen Risiken wie Aggression, Angstzustände und sogar Herzinfarkte. Die Diskussion über staatliches „Drug-Checking“, um Drogen auf gefährliche Beimischungen zu prüfen, gewinnt zunehmend an Bedeutung.

In Köln wird also ein mutiger Schritt unternommen, um den Herausforderungen der Drogenproblematik zu begegnen. Die Hoffnung ist, dass das neue Suchthilfezentrum nicht nur ein Ort der Unterstützung wird, sondern auch ein Zeichen der Veränderung in der Drogenpolitik der Stadt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob dieser Ansatz fruchtet.