In Köln tut sich was – und das nicht nur in den bunten Straßen der Altstadt oder an den Ufern des Rheins. Erich Pössl, ein Mann mit einem klaren Blick für die städtische Entwicklung, hat das Heft in die Hand genommen. Aufgewachsen in Geldern und seit den 1980er Jahren Kölner, hat er sein Architekturbüro im Hansahochhaus und kennt die Stadt wie seine Westentasche. Köln war für ihn in den 70ern ein Ziel, um zum Saturn zu fahren, aber die Lebensumwelt hat sich seitdem gewaltig verändert. Fahrradfahren war damals eine echte Herausforderung – heute sieht das schon anders aus, auch wenn noch viel Luft nach oben bleibt.
Die Zahl der Autos hat die 500.000-Marke überschritten, und das lässt Pössl nicht kalt. Er kritisiert scharf, wie Kinder oft in Autos transportiert werden, und verlangt nach kinderfreundlichen Lebensräumen. „Eine gesunde Stadt ist nicht nur eine schöne Stadt“, betont er, und hat da einen Punkt. Köln wirkt im Vergleich zu anderen Städten wie ein Entwicklungsland, wenn es um Stadtentwicklung geht. Positives gibt es jedoch – das Agnesviertel und der Ebertplatz zeigen, dass Veränderungen möglich sind, auch wenn das Clouth-Quartier in Nippes mit seiner asphaltlastigen Gestaltung nicht gerade ein Vorbild ist.
Ein neuer Weg für die Stadtentwicklung
Die Stadtverwaltung hat sich der Herausforderung gestellt, neue Wohngebiete zu entwickeln. Ein neues Quartier in der Nähe von Ehrenfeld, Bickendorf und Vogelsang steht in den Startlöchern. Der Plan? Eine grüne Mitte mit vielen begrünten Wegeverbindungen. Das klingt doch schon mal gut, oder? Hier sollen Wohnnutzungen im nördlichen Teil und ein Gewerbecluster im Südwesten entstehen. Autoarm geplant, mit einem klaren Fokus auf den öffentlichen Nahverkehr, Fuß- und Radverkehr. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, wie Pössl es sich wünscht.
Doch das Wichtigste ist die Bürgerbeteiligung – denn nur wenn die Kölnerinnen und Kölner mitreden dürfen, wird das Quartier wirklich zu einem lebenswerten Raum. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll 2026 starten, und die Planungsteams stehen bereit, um das Leitbild in die Tat umzusetzen. Das neue Quartier soll sich nicht nur harmonisch einfügen, sondern auch eine eigenständige Identität entwickeln.
Kinderfreundliche Stadtentwicklung – ein Muss!
Kinderfreundliche Städte sind weit mehr als nur Spielplätze. Sie sind das strategische Fundament für urbane Lebensqualität. Pössl sieht hier einen klaren Handlungsbedarf. Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet Städte, die Bedürfnisse von Kindern zu berücksichtigen. Und das, ehrlich gesagt, ist in Köln noch nicht überall der Fall. In der Stadtplanung wurden Kinder oft verdrängt; sie müssen endlich wieder im Mittelpunkt stehen. Sichere Verkehrsplanung, multifunktionale öffentliche Räume und wohnortnahe soziale Infrastruktur – das sind die Zutaten für eine kinderfreundliche Stadt. Städte wie Zürich oder Wien zeigen, wie es gehen kann. Mit interdisziplinärer Zusammenarbeit und der Einbeziehung von Kindern in Planungsprozesse können wir das auch in Köln erreichen.
Pössl selbst gibt auch persönliche Kulturtipps ab: Das CircusDanceFestival und eine Ausstellung über Oswald Mathias Ungers sind für ihn Highlights. Und als Vorstandsvorsitzender des BDA in Köln hat er eine Plattform, um seine Visionen für die Stadt zu teilen. Es gibt also Hoffnung für die Zukunft Kölns, auch wenn der Weg dorthin noch lang und steinig ist. Aber hey, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Und vielleicht können wir gemeinsam die Stadt ein Stück kinderfreundlicher und lebenswerter machen.