Heute ist der 2.05.2026 und in der Kölner Innenstadt tut sich etwas Großes: Die Runderneuerung der Zentralbibliothek, die im September 2024 ihren Anfang nahm, schreitet mit großen Schritten voran. Baudezernent Markus Greitemann gab bei einem Baustellenrundgang Einblicke in den Fortschritt und die ambitionierten Pläne, die das entkernte Gebäude am Josef-Haubrich-Hof in eine moderne Wissensstätte verwandeln sollen. Die Bibliothek, die 1979 eröffnet wurde, war nach Jahrzehnten intensiver Nutzung sanierungsbedürftig. Im Sinne der Nachhaltigkeit fiel die Entscheidung, die alte Konstruktion zu erhalten, statt sie abzureißen und neu zu bauen. So wird nicht nur „graue Energie“ gespart, sondern es können auch rund 2,9 Millionen kg CO₂-Emissionen vermieden werden.
Das Gebäude selbst beeindruckt mit sieben oberirdischen und vier unterirdischen Geschossen, wobei fünf Etagen der Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Die Arbeiten zur Schadstoffsanierung und zur Instandsetzung des Betons sind bereits abgeschlossen, und neue Fenster sind größtenteils eingesetzt. Momentan sind die Handwerker damit beschäftigt, die Fassadenbekleidung zu erneuern. Es ist schon interessant zu wissen, dass die Bauteile für die Haustechnik über einen Einbringschacht in den Tiefkeller transportiert wurden – das Volumen dieser Teile entspricht dem von zwei vollständigen Linienbussen!
Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit im Fokus
Ein besonderes Highlight wird die geplante öffentliche Dachterrasse mit Blick auf den Kölner Dom sein, die zudem begrünt wird, um das Mikroklima zu verbessern. Auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage ist in Planung, um die Bibliothek nachhaltig mit Energie zu versorgen. An den Außenflächen wird Material zur Wärmedämmung angebracht, während Klinkerriemchen für eine ansprechende Betonoptik sorgen. Die Arbeiten erfolgen von oben nach unten, und im vierten Geschoss sind die Ausbauarbeiten bereits weit fortgeschritten. Ein neuer Stahlträger wurde aufgrund von Brandschutzauflagen verbaut, und eine zusätzliche Deckenöffnung im Haupttreppenhaus wurde für Fluchtwege geschaffen.
Ein weiteres Ziel der Generalsanierung ist die Schaffung von Rückzugsorten mit Café-Charakter im vierten Geschoss und im Parterre, um die Aufenthaltsqualität für die Besucher zu steigern. Das Gestaltungskonzept stammt vom renommierten niederländischen Kreativdirektor Aat Vos, der mit seinem kreativen Ansatz frischen Wind in die Bibliothek bringt. Zudem wird die neue Zentralbibliothek vollständig barrierefrei sein, und die Sitz- und Verweilmöglichkeiten sollen sich verdoppeln. Ein ehrgeiziges Projekt, dessen prognostizierte Kosten bei etwa 139,8 Millionen Euro liegen.
Ein Blick in die Zukunft
Die voraussichtliche Übergabe der sanierten Bibliothek ist für das erste Quartal 2028 geplant, während die Betriebsaufnahme im zweiten Quartal stattfinden soll. In der Zwischenzeit wird das Gebäude an der Hohe Straße 68–82 interimsmäßig genutzt, um den Kölner Bürgerinnen und Bürgern auch während der Bauzeit einen Zugang zu Wissen und Informationen zu gewährleisten.
Die Sanierung der Zentralbibliothek ist nicht nur ein bedeutendes städtebauliches Projekt für Köln, sondern auch ein Statement für die Zukunft der Stadt. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Benutzerfreundlichkeit wird die neue Bibliothek ein Ort der Inspiration und des Lernens für alle Kölner und Besucher sein. Man darf gespannt sein, wie das neue Herzstück der Stadt in wenigen Jahren aussehen wird!