In der Kölner Innenstadt ist es in den letzten Tagen richtig hoch hergegangen. Eine Serie von Explosionen und Schüssen hat die Anwohner aufgeschreckt und die Polizei auf den Plan gerufen. Die jüngste Explosion ereignete sich am 7. Juni vor einer Haustür in der Corneliusstraße. Um 4 Uhr morgens, als die meisten noch in ihren Träumen schwebten, riss ein lauter Knall die Anwohner aus dem Schlaf. Die Feuerwehr wurde alarmiert und ließ sich nicht lange bitten. Ein oder mehrere unbekannte Täter hatten einen selbst gebauten Sprengsatz vor einem Mehrfamilienhaus platziert, der dann mit einem ordentlichen Krawall explodierte. Die Haustür und die Fensterscheiben wurden dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen, doch glücklicherweise blieb es bei Sachschaden – niemand wurde verletzt.
Die Polizei ist derzeit auf der Suche nach Zeugen und Hinweisen zu den Tätern. Der Hintergrund und das Motiv der Explosionen bleiben unklar. In den vergangenen Tagen gab es nicht nur diesen Vorfall, sondern auch eine Explosion vor einer Sisha-Bar am Friesenwall, bei der die Eingangstür herausgerissen wurde. Hier kam es zudem zu einem kleinen Feuer und ein Bewohner erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Die Ermittler sind sich einig: Es gibt möglicherweise Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Vorfällen.
Schüsse und weitere Vorfälle
Während die Kölner noch über die Explosionen rätseln, wurden in der Nacht zu Montag erneut Schüsse auf ein Mehrfamilienhaus im Stadtteil Bilderstöckchen abgegeben. Anwohner hörten die Schüsse und alarmierten umgehend die Polizei. Die Beamten fanden mehrere Einschusslöcher an Fenstern einer Wohnung im zweiten Obergeschoss und entdeckten Projektile in der Wohnung. Glücklicherweise blieben die beiden Bewohner, 70 und 71 Jahre alt, unverletzt. Die Ermittlungen zu diesen Vorfällen laufen auf Hochtouren, und die Polizei prüft mögliche Verbindungen zu weiteren Vorfällen, die in den letzten Tagen in Köln gemeldet wurden.
Und das ist noch nicht alles. In den letzten Wochen wurden Einschusslöcher an einem Juweliergeschäft sowie ein Brandsatz vor einer Eisdiele in Köln-Raderberg entdeckt. Am Wochenende kam es sogar zu Schüssen auf einen Imbiss, bei dem drei Männer vorläufig festgenommen wurden – darunter ein 51-Jähriger, dessen Motiv für die Tat noch unklar ist. Die Verdächtigen wurden später wieder auf freien Fuß gesetzt. Es scheint, als ob die Nacht in Köln nicht zur Ruhe kommt.
Kriminalität in Köln – Ein besorgniserregender Trend?
<pDie Kölner Kriminalstatistik für 2023 zeigt, dass insgesamt weniger Straftaten angezeigt wurden – 145.939 im Vergleich zum Vorjahr. Das klingt zunächst beruhigend, doch die Zahlen verbergen einen besorgniserregenden Trend: Die Gewaltkriminalität ist gestiegen. Polizeipräsident Johannes Hermanns spricht von einer „Stagnation auf hohem Niveau“. Während Schwarzfahren und der illegale Drogenhandel, insbesondere Marihuana, zurückgegangen sind, zeigen Drogenbanden Unruhe und Verteilkämpfe – und das macht sich bemerkbar. Die Explosionen und Schüsse, die wir in letzter Zeit beobachten können, sind vielleicht ein Beweis für diesen wachsenden Konflikt.
Die Polizei plant, ihre Präsenz in den Hotspots der Stadt zu verstärken, um der Drogenkriminalität entgegenzuwirken. In der Innenstadt und in Kalk, wo die Kriminalität am höchsten ist, wurden rund 60.000 Fälle registriert – das sind 40% aller Straftaten in Köln. Auf den Straßen und in den Vierteln ist die Lage angespannt, und die Anwohner spüren die Auswirkungen hautnah. Es bleibt abzuwarten, wie die Polizei auf diese beunruhigenden Entwicklungen reagieren wird und ob die Kölner bald wieder in Ruhe schlafen können.