In der Kölner Südstadt gibt es bald einen Abschied, der für viele Menschen mit Erinnerungen und Emotionen verbunden ist. Die Lutherkirche, ein vertrauter Anblick für die Anwohner, wird ihren sakralen Status verlieren und könnte zum Teil abgerissen werden. Das klingt nach einem großen Schritt, und das ist es auch. Der denkmalgeschützte Turm bleibt glücklicherweise erhalten und soll künftig für Kulturangebote genutzt werden – das ist doch ein Lichtblick in dieser eher trüben Angelegenheit.

Die Evangelische Gemeinde Köln ist auf der Suche nach einem Investor, der die Immobilienentwicklung vorantreibt. In den kommenden Monaten stehen bedeutende Veränderungen in der Gemeinde an. Am 18. Juli wird die Lutherkirche mit einem Abschiedsgottesdienst entwidmet. Auch die Thomaskirche im Agnesviertel ist betroffen und wird am 30. September abgerissen. Hier sollen nach den Plänen Wohnungen, Büros und soziale Einrichtungen entstehen. Ein Konzept, das im Rahmen des „Zukunftskonzepts 2030/2035“ der Gemeinde beschlossen wurde – ein ehrgeiziges Vorhaben, das jedoch in Anbetracht der finanziellen Lage nicht ganz unproblematisch ist.

Mitgliederzahl im Sinkflug

Die Mitgliederzahlen der Gemeinde sprechen eine deutliche Sprache: Von 18.200 im November 2019 ist die Zahl auf 13.800 im Mai 2023 gefallen. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Zeiten ändern. Es ist nicht nur der Verlust von Gotteshäusern, der die Herzen der Gläubigen schwer macht, sondern auch das Gefühl, dass die Begegnungsorte schwinden. Hans Mörtter, der ehemalige Pfarrer der Lutherkirche, äußert Bedenken über diese Entwicklungen. Wie viele gemeinsame Momente und Begegnungen wurden hier gefeiert, und wie viele Geschichten bleiben jetzt ungeschrieben?

Die verbliebenen drei Kirchen der Gemeinde – die Antoniterkirche, die Kartäuserkirche und die Christuskirche – haben nun die Herausforderung, als neue Begegnungsorte für die Gläubigen zu fungieren. Gottesdienste werden dort konzentriert. Die Antoniterkirche wurde bereits neu aufgestellt, mit dem Antoniter-Quartier, und zeigt, dass auch in der Not kreative Lösungen möglich sind.

Ein neuer Anfang

Die Grundstücke der Luther- und Thomaskirche bleiben im Besitz der Gemeinde und werden in Erbpacht vergeben. Für das Gelände der Thomaskirche gibt es bereits weitreichende Pläne: Mietwohnungen und betreute Wohngruppen sollen entstehen. Die Evangelische Karl-Immanuel-Küpper-Stiftung wird als Bauherr und Investor auftreten – ein konkretes Zeichen, dass man versucht, mit frischem Wind und neuen Ideen den Herausforderungen zu begegnen. Dabei bleibt unklar, wie weit die Lutherkirche tatsächlich abgerissen wird; eine Entscheidung wird bis zum Herbst erwartet.

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Der Umzug von Veranstaltungen und Gruppen der Lutherkirche in andere verfügbare Räume wird ab 2027 beraten. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Kölner Evangelische Gemeinde in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Messe ist noch nicht gelesen, und vielleicht gibt es ja noch die eine oder andere Überraschung, die auf uns wartet.