Eintrittspreis für den Kölner Dom: Eine neue Ära beginnt
Heute ist der 1. Juli 2026. Ein Datum, das für viele Kölner und Dom-Besucher von Bedeutung ist, denn ab jetzt kostet der Eintritt in den Innenraum des Kölner Doms stolze 12 Euro. Vorbei ist die Zeit des freien Eintritts, eine Entscheidung, die nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch die Meinungen der Menschen spaltet. Auf einer Holzkiste am Hauptportal prangt die Aufschrift „Für den Dom“. Ein Ort, an dem Spenden für den Erhalt dieses beeindruckenden Bauwerks gesammelt werden. Der neuseeländische Tourist Max hat bereits einen Fünf-Euro-Schein hineingelegt, während viele andere Besucher die Spendenboxen ignorieren. Komisch, oder?
Es ist der vorletzte Tag ohne Eintritt, und die Stimmung unter den Besuchern ist gemischt. Max und seine Begleiterin Sarah sind bereit, für den Dom zu zahlen, auch wenn sie nicht über die Gebühren informiert waren. „Für die beeindruckende Architektur und die Geschichte ist es das wert“, sagt Max. Ganz anders sieht das Teresa Direnzo aus Maryland (USA), die ebenfalls bestätigt, dass sie die 12 Euro für die Besichtigung des Doms bezahlen würde. Frank Raddatz aus Kiel hingegen findet den Preis angemessen. „Der Unterhalt des Doms ist teuer. Da kann man schon mal etwas beitragen“, meint er.
Besuchermengen und Meinungen
Aber nicht alle sind von der neuen Regelung begeistert. Wilhelm Bunselmeyer aus Frechen findet die 12 Euro übertrieben und würde bei diesem Preis nicht in den Dom gehen. Auch Martin Steffen aus Düsseldorf, der mit dem Fahrrad angereist ist, sieht die Sache kritisch. „Ich bin hier, um den Dom kostenlos zu besichtigen. 12 Euro sind einfach zu viel.“ Matthias Fischer aus Köln hat ein ähnliches Gefühl. Er versteht zwar die Notwendigkeit der Eintrittsgebühr, hält den Preis jedoch für hoch. Und was ist mit den Touristen Nina und Andi aus Wien? Die beiden sind für ein Konzert in der Stadt und waren sich nicht bewusst, dass ab heute Eintritt fällig wird. Nina findet den Preisanstieg von null auf 12 Euro einfach zu krass, während Andi bereit ist zu zahlen, aber auch die Bedenken äußert, dass es eine Barriere für viele Menschen sein könnte.
Die Stadt Köln trägt nur 200.000 Euro jährlich zu den Unterhaltskosten des Doms bei, die im Jahr 2024 bei rund 14,2 Millionen Euro lagen. Der Zentral-Dombau-Verein und das Erzbistum Köln steuern ebenfalls ihren Teil bei, aber die Eintrittsgelder, die für den Turm und die Schatzkammer eingenommen werden, bringen ebenfalls 2,6 Millionen Euro ein. Es wird klar, dass der Erhalt dieser beeindruckenden Kathedrale nicht gerade günstig ist.
Ein neues Ticket-System
Ab heute gibt es auch einen neuen Ticketshop in der ehemaligen Buchhandlung Kösel, wo man seine Eintrittskarten sowohl vor Ort als auch online erwerben kann. Der bisherige Kartenverkauf am Südturm wird eingestellt. Freier Eintritt bleibt während der Gottesdienste und an besonderen Terminen wie dem Dreikönigstag, was für viele gläubige Besucher wichtig ist. Das Nordquerhaus des Doms bleibt ganztägig kostenlos zur Andacht geöffnet, sodass auch hier Raum für persönliche Gebete und Kerzenentzünden bleibt.
Aber das ist nicht das Ende der Geschichten! Ab dem 1. Juli 2026 wird eine Besichtigungsgebühr für den Innenraum des Doms weiterhin angeboten, obwohl die Gottesdienste und persönliche Gebete kostenfrei bleiben. Die Eintrittspreise sind klar definiert: 12 Euro für den Innenraum, ermäßigte Tickets für 6 Euro sind auch für Schüler, Studierende und Menschen mit Sozialpass aus NRW erhältlich. Kinder bis 13 Jahre, Menschen mit Schwerbehinderung und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben weiterhin freien Eintritt. Die Finanzierung des Doms ist aufgrund steigender Personal- und Sachkosten belastet, und der Wirtschaftsplan für 2026 umfasst Ausgaben von rund 16 Millionen Euro.
Die neue Regelung soll sicherstellen, dass der Betrieb des Doms nicht nur finanziell abgesichert wird, sondern auch die Kathedrale als Gotteshaus erhalten bleibt. Der Zugang für Betende erfolgt über das Nordquerhaus, während touristische Gäste den Innenraum über das Westportal betreten. Die Besichtigungszeiten sind ebenfalls festgelegt: Montag bis Samstag von 10:00 bis 17:45 Uhr und sonntags von 13:30 bis 16:30 Uhr.
Das Ticketing-System hat sich modernisiert, mit der Möglichkeit, Tickets bis zu drei Monate im Voraus zu buchen. Das ist für viele Besucher sicherlich eine Erleichterung. Und so bleibt der Kölner Dom trotz der neuen Regelungen ein Ort voller Geschichte und Spiritualität. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch wenn man dafür jetzt etwas tiefer in die Tasche greifen muss.
