E-Scooter in Köln: Fluch oder Segen?
Heute ist der 8.07.2026 und wir schauen uns mal an, was in Köln so rund um die E-Scooter passiert. Seit Sommer 2019 sind diese kleinen Flitzer ja offiziell auf den Kölner Straßen zugelassen – dank der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung. Damals dachte man, das wäre die Lösung für alles: weniger Stau, mehr Bewegung. Aber die Realität zeigt ein anderes Bild. E-Scooter haben sowohl jubelnde Nutzer als auch kritische Stimmen hervorgebracht. Die Frage bleibt: Bringen sie tatsächlich einen Nutzen oder sind sie mehr Fluch als Segen?
Die Zahlen sprechen für sich: 2025 registrierte die Polizei in Köln insgesamt 460 verunglückte Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen. Das sind 100 mehr als im Jahr zuvor! Ein klarer Weckruf für die Stadt, die nun plant, die Anzahl der E-Scooter auf 10.000 zu beschränken. Aktuell sind fast 20.000 E-Scooter von sechs verschiedenen Verleihfirmen in der Stadt unterwegs. Das sind fast doppelt so viele, wie eigentlich angestrebt. Die Stadtverwaltung hat sich also einiges vorgenommen und der Mobilitätsausschuss hat bereits 2024 gefordert, diese Zahl drastisch zu reduzieren.
Regulierung und Kontrolle
Ein qualifiziertes Auswahlverfahren soll 2027 helfen, die Anbieter von derzeit sechs auf nur drei zu reduzieren. Um das Ganze nicht zum Wildwest-Szenario verkommen zu lassen, müssen die Anbieter bestimmte Mindestanforderungen erfüllen und ihre Konzepte anhand festgelegter Kriterien einreichen. Das Auswahlverfahren wird voraussichtlich Ende des dritten Quartals 2026 veröffentlicht. Dabei zeigen sich die E-Scooter-Anbieter überraschend positiv gegenüber der geplanten Regulierung. Vielleicht haben sie erkannt, dass ein bisschen Ordnung nicht schaden kann.
Im Jahr 2022 wurde ein Ausschreibungsverfahren zur Kontrolle des E-Scooter-Marktes angestrebt – aber das Vorhaben wurde wieder verworfen. Man fragt sich, was da schiefgelaufen ist. Vielleicht die üblichen Bürokratie-Probleme? Die Stadt hat bereits 140 Mobilstationen für E-Scooter und Leihräder eingerichtet, wobei 29 dieser Stationen in der Altstadt zu finden sind. Die Leih-Anbieter zahlen monatliche Gebühren zwischen 7,10 und 10,80 Euro pro Roller an die Stadt. Diese Gebühren sind im bundesweiten Vergleich ziemlich hoch und die Anbieter haben bereits gegen die Sondernutzungsgebühren geklagt.
Fußpatrouillen und Freiflächen
Um in der Altstadt für mehr Ordnung zu sorgen, sind seit Mai 2023 „Fußpatrouillen“ der Verleihfirmen aktiv. Das klingt erstmal nach einer guten Idee – immerhin sollen die Fußwege nicht blockiert werden. Außerhalb der Altstadt gilt das Freefloating-System, wo die E-Scooter überall abgestellt werden können, allerdings nicht in Grünflächen oder Gewässern. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt die Mobilstationen weiter ausbauen will, um die Probleme mit den blockierten Fußwegen in den Griff zu bekommen.
Die Kölner Bürger sind gespalten, wenn es um E-Scooter geht. Für einige sind sie eine praktische Möglichkeit, schnell von A nach B zu kommen. Andere wiederum empfinden sie als lästiges Hindernis auf den Gehwegen. Klar ist: Die Stadt Köln hat viel vor und es bleibt spannend, wie sich die Lage in den nächsten Jahren entwickeln wird. Vielleicht wird der E-Scooter ja doch noch zum echten Freund der Kölner – oder bleibt er ein ständiger Streitpunkt? Wer weiß das schon!
